Modernisierung

Altes Rathaus Sachsenhausen: sechs neue Wohneinheiten für den Ortskern

Im alten Rathaus in Sachsenhausen sollen insgesamt sechs neue Wohneinheiten entstehen. Fünf davon direkt im Haus, eine durch die Aufstockung auf dem alten Feuerwehrgerätehaus. Was der neue Eigentümer aus Sachsenhausen für das Bauprojekt noch geplant hat:

Für die Menschen aus Sachsenhausen dürfte es eine Bereicherung sein: Im alten Rathaus in der Ortsmitte sollen sechs neue Wohneinheiten entstehen. Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus und das alte Gefriergemeinschaftshaus werden für dieses Projekt ebenfalls mit einbezogen.

Wir haben die Ausschreibung für das Haus gesehen und dachten uns, das könnte ein interessantes Projekt werden.

Wolfgang Fetzer, ehemaliger Geschäftsführer Firma Extra Computer

Da viele Bauteile des alten Rathauses noch original sind, muss das Gebäude komplett saniert und modernisiert werden. Auch Risse haben sich über die Jahre hinweg in den Mauern gebildet. Für die Baumaßnahme sollen vor allem nachhaltige Materialien genutzt werden.

Historisches Gebäude soll erhalten bleiben

Allerdings ist das Gebäude nicht im Eigentum der Stadt Giengen, sondern gehört nun Wolfgang Fetzer aus Sachsenhausen. Der 58-Jährige, der zusammen mit seinem Bruder die Firma Extra Computer in Sachenhausen führte, ist durch Zufall an das alte Rathaus gekommen. „Wir haben die Ausschreibung für das Haus gesehen und dachten uns, das könnte ein interessantes Projekt werden. Also haben wir es gekauft“, sagt Fetzer. Und er hat auch schon einen genauen Plan, wie er sich das vorstellt: Das Gefriergemeinschaftshaus wird abgerissen, damit dort Garagen entstehen können und das alte Feuerwehrgerätehaus wird aufgestockt. Im Rathaus selbst entstehen fünf Wohnungen, die sechste ergibt sich durch die Aufstockung des Nachbarbaus.

Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, aber der Charakter des Hauses bleibt natürlich bestehen.

Wolfgang Fetzer, ehemaliger Geschäftsführer Firma Extra Computer

Für den Kauf hatte die Stadt Giengen jedoch eine Auflage: Das historische Rathaus soll unter Wahrung des ursprünglichen Erscheinungsbilds erhalten bleiben. Und das ist auch dem Bauherrn wichtig: „Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, aber der Charakter des Hauses bleibt natürlich bestehen.“ So werden laut Wolfgang Fetzer beispielsweise der große Saal und die Gusssäulen im Inneren des Hauses mit in den Umbau integriert.

Künftige Wohnungen können nur gemietet, nicht gekauft werden

Zeitlich möchte Fetzer in den kommenden zwei Jahren „alles über die Bühne bringen“. Eine Bauvoranfrage sei bereits eingereicht. Im ersten Halbjahr möchte der Eigentümer das Baugesuch noch bei der Stadt Giengen abgeben. Im besten Fall könne dann im zweiten Halbjahr 2025 mit dem Umbau begonnen werden. Die Wohnungen sollen am Ende eine Größe zwischen 40 und 80 Quadratmetern haben. Vom Kauf seien die Wohnungen ausgeschlossen, sie können zukünftig nur gemietet werden.

Das Bauprojekt erhält laut Fetzer 300.000 Euro Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum. Um das Vorhaben klimafreundlich und nachhaltig zu gestalten, werden auf dem Dach Photovoltaikanlagen angebracht. LED-Beleuchtungen sollen für eine effiziente Stromnutzung sorgen. Für die Aufstockung wird die Holzständerbauweise angewendet. Auch die Trennwände im Dachgeschoss sollen laut Fetzer aus Holz entstehen. Durch den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird für einen klimafreundlichen Luftaustausch gesorgt. Wie Oberbürgermeister Dieter Henle in einer Pressemitteilung erklärt, soll das Haus an ein bereits bestehendes Fernwärmenetz in Sachsenhausen angeschlossen werden.

Das alte Rathaus

Von 1837 bis 1964 diente das Gebäude als Schul- und Rathaus. So stand es auch jahrelang in Großbuchstaben an der Außenseite der Fassade. Die Wohnungen der diensthabenden Lehrer befanden sich im Erdgeschoss. Im Jahr 1964 wurde die neue Schule gebaut, die nun einem Neubaugebiet weicht.

Nachdem Sachsenhausen Anfang der 1970er-Jahre zur Stadt Giengen eingemeindet worden war, sind auch die Verwaltungsarbeiten weggefallen. Seitdem diente die Immobilie, bis das neue Dorfhaus gebaut wurde, nur noch als Treffpunkt für Vereine. 1977 wurde das benachbarte Feuerwehrgerätehaus gebaut. Die Abteilung Sachsenhausen hat ihre Räume jetzt ebenfalls im neuen Dorfhaus.

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