Die Heimat im Nummernschild tragen und damit auf der Planiestraße fahren: Das könnte mit dem Kürzel „GIE“ am Anfang des Autokennzeichens Realität werden – und das ist kein Aprilscherz. Zunächst werden die Bürgerinnen und Bürger per Umfrage um ihre Meinung gebeten. Obendrein sind einige Zustimmungen von Gremien nötig.
Giengen steht mit 319 anderen Städten auf einer Liste, auf der Vorschläge für Städte mittlerer Größe gemacht werden, die ein eigenes Kennzeichen bekommen sollten. Der Vorschlag aus dem vergangenen Jahr stammt von Ralf Bochert, Professor für Destinationsmanagement an der Hochschule Heilbronn. „Mit der Einführung eigener Buchstabenkürzel auf dem Nummernschild könnten viele Kommunen die lokale Identität – sowohl nach innen als auch nach außen – stärken“, wird Bochert beispielsweise in der Tagesschau und dem Staatsanzeiger zitiert.
Das Autokennzeichen sei wichtig für das Stadtmarketing und verstärke die Relevanz einer Kommune, erläutert der Wissenschaftler. Der Entwurf Bocherts sieht vor, dass 320 Mittelstädte mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die bislang keine eigenen Ortskennungen haben, ein eigenes Kürzel bekommen können, da sie aus seiner Sicht deshalb zum Beispiel beim Marketing benachteiligt sind.
Stadt überlegt, sich der Sache mit eigenem Kennzeichen anzunehmen
Den Ball mit einem eigenen Kennzeichen hat nun die Stadt Giengen aufgenommen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Seit einiger Zeit führen Kommunen entsprechender Größe in Abstimmung mit dem Land Baden-Württemberg lokale Kfz-Kennzeichen ein. Auch die Stadt Giengen könnte das prinzipiell tun.“
Doch wie sehen das die Bürgerinnen und Bürger? Zunächst soll die Stimmungslage mittels Umfrage auf erörtert werden. Abgestimmt werden kann auf der städtischen Homepage www.giengen.de. „Es geht uns darum, zu erfahren, ob unsere Bürgerinnen und Bürger dem Kennzeichen offen gegenüberstehen und ob sie es selbst tatsächlich nutzen würden“, wird Oberbürgermeister Dieter Henle zitiert. Zudem wolle die Stadt wissen, ob sie sich an einer über mehrere Kommunen ausgeweitete Initiative zur Einführung beteiligen soll.
Das eigene Kennzeichen für Giengen stelle nur eine Option dar. Das „HDH“ könne behalten werden. Voraussetzung für die potenzielle Einführung des städtischen Kennzeichens sei das Votum des Gemeinderates in Zusammenhang mit einer Genehmigung des Landes Baden-Württemberg. Die Umfrage läuft bis zum 30. April. Das Stimmungsbild sei für den Gemeinderat nicht bindend, fließe jedoch in die Entscheidungsfindung ein.