Während seit einigen Wochen am anderen Ende des Bühlschulgeländes der Tiefbau für Pavillon 6 läuft, hat der Giengener Gemeinderat nun eine neue Planvariante für Pavillon 5 beschlossen. Dieser soll nicht nur den Altbau ersetzen, sondern künftig auch einen Großteil des Schulhofs überdachen. Die geplanten Kosten liegen bei rund 24,5 Millionen Euro.
Zwar hatte sich der Gemeinderat vor gut drei Jahren bereits für eine Variante entschieden, dann allerdings auch beschlossen, dass in Pavillon 5 künftig auch die Mensa der Schule untergebracht werden soll. Daraus resultiert nun die neue Planung für das Schulgebäude, die Architekt Uwe Kock im Rat vorstellte.
Im Erdgeschoss sieht Kock neben Mensa und Küche auch Unterrichtsräume für Technik samt Maschinenraum und Lager vor. Im Obergeschoss sollen zwölf Klassenzimmer und vier Differenzierungsräume entstehen. Hinzu kommen vier „Marktplätze“, die dem Aufenthalt dienen, sowie unter anderem Lehrerzimmer und Räume für den Hort.
Pausenhof der Bühlschule Giengen wird überdacht
Ein wesentliches Merkmal der neuen Planung ist, dass das Obergeschoss den Schulhof überspannt und an den Bestand anschließt. Damit besteht für Schülerinnen und Schüler – wie auch für das Lehrpersonal – künftig die Möglichkeit, etwa zu den Fachräumen im Bestand zu gelangen, ohne im Winter die warmen Jacken anziehen zu müssen. Die bisherige Variante sah lediglich eine teilweise Überdachung des Pausenhofs vor. Damit könne der Pausenhof künftig bei jeder Wetterlage genutzt werden. Als Vorteil der neuen Variante wertete Kock auch, dass auf den Dachflächen über PV-Anlagen mehr Strom erzeugt werden könne.
Insgesamt sollen durch die neue Variante 2635 Quadratmeter Nutzfläche entstehen, in der vorigen Variante wären es rund 200 Quadratmeter mehr gewesen. Zudem kann laut Architekt Kock nun auf einen Aufzug verzichtet werden. Die Barrierefreiheit werde über den baulichen Anschluss an den Bestand und den dortigen Fahrstuhl gewährleistet.
Pavillon soll im Schuljahr 2029/2030 fertig sein
Doch zunächst muss das Gebäude erst einmal errichtet werden. Geplant ist, dass die Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2029/2030 in den dann neuen Pavillon 5 einziehen können. Während der Bauzeit müssen die Klassen aus dem bisherigen Pavillon 5 anderweitig untergebracht werden. Sie sollen nach dessen Fertigstellung zunächst in Pavillon 6 ziehen. Dieser soll 2026 fertig werden. Im Anschluss soll dann zeitnah der bestehende Pavillon 5 abgebrochen werden. Der neue Pavillon 6 wiederum soll dann seiner Bestimmung gemäß für die Klassen 1, die derzeit in der Außenstelle an der Danziger Straße unterrichtet werden, zur Verfügung stehen.
Nach Abschluss der beiden Neubaumaßnahmen soll auch die Jakob-Herbrandt-Schule vollständig in die Bühlschule integriert sein. Damit werde für die Jakob-Herbrandt-Schule am neuen Standort „gelebte Inklusion“ ermöglicht, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat.
Der Kostenrahmen für die neue Variante liegt mit 24,5 Millionen Euro rund 60.000 Euro über der bisherigen Variante. Die reinen Baukosten beziffert Kock mit knapp 15,7 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für Außenanlagen, Ausstattung oder Planung. Im Kostenrahmen sind wahrscheinliche künftige Baupreissteigerungen noch nicht berücksichtigt.
Schulleiterin Nicole Arndt, zugleich Stadträtin für die Fraktion der Grünen und Unabhängigen, wertete den neuen Entwurf als „deutliche Verbesserung“.
Bei vier Gegenstimmen und sechs Enthaltungen beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, den neuen Entwurf weiterzuverfolgen.
Gemeinsamer Campus entsteht
Die Planungen und Baumaßnahmen auf dem Areal der Bühlschule folgen einem ab 2017 erarbeiteten Plan für die Schulentwicklung in der Giengener Südstadt. Danach soll der Grundschulstandort der Bühlschule erhalten bleiben, es soll ein gemeinsamer Campus für Primar- und Sekundarstufe entstehen. Mit Pavillon 6 verfolgt man das Ziel, die Primarstufe vollständig auf dem Campus zu vereinen. Der deutlich größere Pavillon 6 erlaubt zudem die Integration der Jakob-Herbrandt-Schule samt Hort.