Frechheit siegt leider häufig. Und sie grinst dabei allzu oft unverschämt jenen ins Gesicht, die sich an die Vorgaben halten. Hinsichtlich der Grabenstraße lauten die: Wer nicht mit dem Bus fährt, Taxichauffeur, Anlieger oder Lieferant ist, muss draußen bleiben. Interessiert nur viele nicht, die obendrein gern das Risiko in Kauf nehmen, für ihr bewusstes Fehlverhalten zur Kasse gebeten zu werden.
Kontrollen und Bußgelder scheinen weitgehend wirkungslos. Deshalb ist es allerhöchste Zeit, dass Nägel mit Köpfen gemacht werden. Heißt: Motorisierter Verkehr bis auf wenige begründete Ausnahmen raus aus der Grabenstraße – wie auch immer das vor allem mit Blick auf die Sicherheit geschehen soll, die derzeit an verschiedenen Stellen auch in der Heidenheimer Innenstadt für viel Geld und mit großem Aufwand, beispielsweise in Form von Betongleitwänden, erkauft wird.
Darauf lassen sich aber zweifelsohne Antworten finden, schließlich ist die Fragestellung eine vielerorts von ausgewiesenen Experten diskutierte. Am Ende wird es überwiegend Gewinner geben.
Die Stadt: Heidenheim steckt demnächst etliche Millionen Euro in ihr Rathausumfeld und erhält dafür nicht in weiten Teilen eine optisch herausragend gepflasterte Straße, sondern eine attraktive, von vielen Bäumen gesäumte Mitte, die den Bürgern und nicht Autos und Bussen vorbehalten ist. Auch Märkte bekommen dort einen attraktiven Rahmen.
Die Passanten: Plötzlich steht eine großzügige Fußgängerzone ohne konkurrierenden Verkehr in Aussicht, die diesen Namen wirklich verdient – nicht nur entlang der Karl- und Hauptstraße in Nord-Süd-Richtung, sondern bis zur Helmut-Bornefeld-Straße im Westen. Neue Bushaltestellen im näheren Umfeld sind nur wenige Meter weiter entfernt als die gewohnten.
Die Händler: Die verbesserte Aufenthaltsqualität motiviert zum ausgedehnten Schlendern entlang der Auslagen und verschafft gleichzeitig all jenen, die im Stadtkern ihre Läden betreiben, mehr Aufmerksamkeit. Andernfalls wären die ausladenden Fußgängerzonen in Großstädten wie München oder Stuttgart längst komplett ausgestorben. Nicht von ungefähr gehörten Geschäftstreibende ja schon vor vielen Jahren zu den treibenden Kräften, als der Ruf nach einer Verkehrsberuhigung der Grabenstraße laut wurde.