„Wir sind überrannt worden.“

Fast ausgebucht: Die Awo-Kinderfreizeit in Heidenheim kann sich vor Anmeldungen kaum retten

Mit Beginn der ersten Sommerferienwoche startet auch die Awo-Kinderfreizeit im Haus am Waldbad. Das Ferienlager feiert in diesem Jahr nicht nur seine 100. Auflage Bestehen, sondern kann sich vor Anfragen kaum retten.

Sommer, Sonne, Ferienzeit. Bereits zum 100 Mal steht die Sommerferienfreizeit der Awo Heidenheim an und möchte Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf und 14 Jahren in den ersten fünf Wochen der Sommerferien einmal mehr unvergessliche Abenteuer bieten.

Verständlich, dass das nach jeder Menge Spaß klingt. Und eben auch nach einer guten Gelegenheit, sechs Wochen Sommerferien mit unbeschwerten Tagen voller Spiel, Action und neuen Freundschaften zu beginnen.

Hohe Nachfrage und Kapazitätsgrenzen

Gerade deshalb setzen viele Eltern auf die Ferienbetreuung der Awo-Kinderfreizeit des Ortsvereins Heidenheim. In diesem Jahr zu viele. Denn die Awo Heidenheim kann sich vor Anfragen kaum retten. „Es ist völlig irre. Innerhalb weniger Wochen hatten wir Hunderte von E-Mails mit Anmeldungen vorliegen. Pro Woche können wird aus organisatorischen Gründen aber nur zwischen 80 und 90 Kinder aufnehmen“, sagt Simon Eberhardt vom Jugendmigrationsdienst der Awo, der die Freizeit selbst über viele Jahre geleitet hat und heute als Praxisanleiter für Studenten agiert.

Wir sind völlig überrannt worden.

Fabienne Messner, Leitung der Freizeiten dieses Jahr

Besonders beliebt sind die Ferienwochen eins bis drei. Bereits kurze Zeit nach Öffnung des Anmeldefensters am 1. Februar waren die ersten drei Ferienwochen komplett ausgebucht.

Herausforderungen bei der Anmeldung

„Unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin, die für die Anmeldungen zuständig ist, ist überhaupt nicht mehr hinterhergekommen alle schriftlichen und telefonischen Anfragen zu bearbeiten und den Eltern Rückmeldung zu geben“, erzählt Fabienne Messner, die die Freizeiten in Heidenheim und Giengen in diesem Jahr leitet und ergänzt: „Wir sind völlig überrannt worden.“

Das lange Warten auf Antwort führte demnach zum Unmut vieler Eltern. „Wir verstehen das vollkommen, weil die Eltern eine Planungssicherheit brauchen und es unser Anspruch ist, allen so schnell wie möglich zu antworten“, sagt Eberhardt.

Um die Anmeldung zu vereinfachen, planen die Mitarbeiter ab dem kommenden Jahr den Einsatz eines Online-Tools, mit dem Eltern ihre Kinder ab dem kommenden Jahr über das Internet anmelden können. Das soll dann auch anzeigen, in welchen Wochen noch Kapazitäten frei sind.

Gründe für die gestiegene Nachfrage

Woran aber liegt es, dass die Freizeit gerade in diesem Jahr vollkommen überrannt wurde? „Wir haben in den vergangenen Jahren bereits gemerkt, dass die Nachfrage nach einer Ferienbetreuung enorm gestiegen ist“, sagt Fabienne Messner.

Wir würden gerne auch mehr machen, haben dafür aber keine Kapazitäten.

Simon Eberhardt, Jugendmigrationsdienst der Awo

Als Hauptgrund für die hohe Nachfrage in diesem Jahr sehen Messner und Eberhardt die frühzeitige Urlaubplanung, die Eltern bei ihrer Arbeitsstelle angeben müssen und den Rückgang anderer Betreuungsangebote. Während in den vergangenen Jahren viele Vereine Ferienprogramme angeboten hätten, seien diese nun stark rückläufig und andere Freizeiten hätten ihre Kapazität von vier Wochen Betreuungszeit auf zwei reduziert.

Ausblick und Alternativen

Für die Brenzparkfreizeit der Stadt Heidenheim, die in den Sommerferien ein Programm für Grundschulkinder der Klassen eins bis vier anbietet, sind Anmeldungen erst ab kommender Woche möglich, nämlich dann, wenn die Anmeldung der Osterferienfreizeit abgeschlossen ist.

Natürlich freuen sich die Mitarbeiter der Freizeitteams über die große Nachfrage. „Wir würden gerne auch mehr machen, haben dafür aber keine Kapazitäten“, sagt Simon Eberhardt. Das liege vor allen Dingen daran, dass es zunehmend schwerer werde, Betreuer für die Freizeit zu finden.

Betreuer und Mitarbeiter fehlen auch im Ferienwaldheim der evangelischen Kirchengemeinde Heidenheim. Nach Angaben von Thomas Kolb, Mitarbeiter der Regionalverwaltung, wurden dort die zur Verfügung stehenden Plätze für Teilnehmer deshalb von 120 auf 100 gesenkt. Für die Freizeit, die in den ersten beiden Wochen der Sommerferien stattfindet, sind noch 14 Anmeldungen möglich.

Während die Wochen eins bis drei komplett ausgebucht sind, stehen für die Wochen vier und fünf noch wenige Plätze für die Freizeit in Heidenheim zur Verfügung. Eine gute Alternative bietet auch die Awo-Freizeit in Giengen, die nach demselben Prinzip arbeitet.

Mitmachen als Mitarbeiter bei der Sommerfreizeit der Awo

Insgesamt stehen bei der Awo in diesem Jahr 30 Ehrenamtliche bereit, um Kindern und Jugendlichen eine spannende Betreuung zu bieten. Wer im Sommer an der Freizeit mitwirken möchte, hat noch immer die Gelegenheit dazu. Ein erstes Treffen findet statt am Freitag, 25. April, um 18 Uhr im Awo-Haus am Waldbad. Weitere Informationen gibt es bei Fabienne Messner unter der Mailadresse f.messner@awo-heidenheim.de oder unter Telefon 0162 287 5274.

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