Aus privaten und beruflichen Gründen

Trend hielt auch 2024 an: Zahl der Hotel-Übernachtungen in Heidenheim gestiegen

Seit der Corona-Delle steigt die Zahl der Hotel-Übernachtungen in Heidenheim deutlich. Dieser Trend hielt auch 2024 an.

Statistiken verreisen nicht. Aber sie geben rückblickend Auskunft darüber, wie, wann und wohin Menschen genau das tun. Und offenkundig wächst die Zahl derer, die sich als Ziel Heidenheim aussuchen. Das Statistische Landesamt spricht jedenfalls von einem deutlichen Anstieg im vergangenen Jahr, was Übernachtungen und Tagestouristen angeht.

Exakt 134.346 Übernachtungen verbuchten Heidenheimer Hotels und Pensionen im Jahr 2024. Berücksichtigt sind dabei Übernachtungsbetriebe mit mehr als zehn Betten. Zum Vergleich: 2023 waren es 122.886 Übernachtungen gewesen, also gut neun Prozent weniger. Die Zahl der aus dem Ausland angereisten Gäste legte um ein Zehntel von 23.135 auf 25.495 zu. Für Baden-Württemberg insgesamt steht ein Zuwachs bei den Übernachtungen von 2,3 Prozent zu Buche.

Übernachtungsgäste bleiben im Durchschnitt 1,8 Tage

In die Heidenheimer Auswertung gingen 963 Betten ein, nachdem es im Vorjahr noch 817 gewesen waren. Unterm Strich sank die durchschnittliche Auslastung daher von 41,1 auf 38,8 Prozent. Jeder Gast blieb im Schnitt unverändert 1,8 Tage.

Als schwierig zu beantworten, bezeichnet Simon Ludwig, Leiter der Stadt-Info, die Frage, ob Übernachtungsgäste aus privaten oder beruflichen Gründen in Heidenheim Station machen. Allerdings zeige sich, „dass es einmal 70 Prozent Geschäftsreisende waren, dieser Wert nach Corona aber auf etwa 50 Prozent zurückgegangen ist“.

Zahl der Tagestouristen stieg auf 1,6 Millionen

Zur näherungsweisen Ermittlung der Tagestouristen multiplizieren die Statistiker die Übernachtungszahlen mit dem Faktor zwölf. Das ergibt unterm Strich 1,612 Millionen und damit ca. 138.000 mehr als im Vorjahr.

Welchen finanziellen Nutzen haben davon die am Tourismus Beteiligten und Heidenheim als Ganzes? „Wenn man zugrunde legt, dass ein Übernachtungsgast im Durchschnitt 200 Euro für Hotel, Essen, Veranstaltungen und Einkäufe in die Stadt bringt, ein Tagestourist seinerseits 39 Euro, dann errechnet sich daraus ein Gesamtbetrag von annähernd 90 Millionen Euro“, sagt Oberbürgermeister Michael Salomo.

Opernfestspiele und Fußball locken viele Gäste nach Heidenheim

Auf der Suche nach Erklärungen für die gestiegenen Übernachtungszahlen landet Salomo schnell bei den größten Frequenzbringern: dem 1. FC Heidenheim als Fußball-Bundesligist mit großem Bekanntheitsgrad und Zuschauerzuspruch, außerdem den Opernfestspielen – und das nicht erst seit ihrer Auszeichnung zum besten Festival im Rahmen der „Oper! Awards 2025“.

Fast im gleichen Atemzug verweist Salomo indes auf die bei vielen wachsende Erkenntnis, „dass Tourismus nicht nur aus Bergen und Meer besteht, sondern dass man auch unsere landschaftlichen und kulturellen Vorzüge genießen kann“. Exemplarisch nennt er den Wildpark Eichert, den Brenzpark, die Wandermöglichkeiten rund um die Stadt, das Naturtheater und die verschiedenen Veranstaltungen auf Schloss Hellenstein vom Lichtkunstfestival bis zum geplanten Mittelaltermarkt.

Von besonderer Bedeutung ist Simons Einschätzung zufolge auch die strategisch günstige Lage direkt an der A 7. Sie biete sich für Tagesausflüge nach Stuttgart und München oder einen Besuch des Legolands nahe Günzburg ebenso an „wie für einen Stop-over auf dem Weg in den Urlaub im Süden oder Norden“.

Einen unmittelbaren Eindruck von der Entwicklung des touristischen Geschehens erhält die von Simon Ludwig geleitete Stadt-Info Tag für Tag. Dabei zeigt sich, dass in Zusammenarbeit mit Agenturen ausgearbeitete Angebote, die Anreise, Übernachtung, Besichtigungen, Gastro, Events und Betreuung umfassen, verlässlich ihr Publikum finden. Ludwig räumt allerdings ein, der beispielsweise auf Opernvorstellungen ausgerichtete Busreisemarkt sei ein hart umkämpfter und geprägt von starker Konkurrenz zwischen etablierten Festspielstädten, zu denen auch Dresden und Bregenz gehörten.

Mehr Teilnehmer an Stadtführungen

Zurückgegangen ist die Zahl der Stadtführungen – von 280 auf 263. Allerdings wuchs die durchschnittliche Gruppengröße und damit auch die Anzahl der Teilnehmer, und zwar von 4507 auf 4823. Neue inhaltliche Schwerpunkte sollen die Nachfrage erhöhen. So ist eine Kostümführung auf Schloss Hellenstein geplant, und bewährt hat sich Ludwig zufolge bereits die Verknüpfung einer Schlemmertour durch verschiedene gastronomische Betriebe mit einem Poetry-Slam im Naturtheater.

Dass der Umzug der Stadt-Info an die Grabenstraße eine richtige Entscheidung gewesen sei, belegte Ludwig einmal mehr mit konkreten Zahlen. So wuchs der Umsatz von 820.000 auf 903.000 Euro. Größter Einzelposten war dabei der Ticketverkauf. Auch das Interesse an regionalen Produkten brachte mehr Geld in die Kassen: 190.000 Euro, nachdem es im Jahr zuvor 179.000 gewesen waren. Besonders ins Auge stieß dabei eine Bestellung aus Italien für mehrere Brezel-Backmischungen.

2026 wieder ein Stand auf der CMT

Im Januar 2025 war die Stadt erstmals mit einem eigenen Stand auf der Tourismus-Messe CMT in Stuttgart vertreten. Laut OB Michael Salomo soll es kommendes Jahr eine Wiederholung geben: „Was Heidenheim zu bieten hat, wurde dort sehr positiv aufgenommen, und wir haben viele wertvolle Kontakte knüpfen können.“

Schon in wenigen Tagen soll Stadt-Info-Chef Simon Ludwig zufolge die kostenlose „Zeigmal“-App für Heidenheim verfügbar sein. Vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert, bietet sie für verschiedene Kommunen Stadtführungen auf dem Handy, ohne dass sich die Nutzer registrieren müssen.

Fast schon zu einem Selbstläufer hat sich der Schlossberg-Erlebnistag entwickelt. In diesem Jahr findet er am Sonntag, 1. Juni, statt. Geplant sind einige Neuerungen, unter anderem wird nun auch der Ballonsportverein vertreten sein.

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