Beginnen wir mit den guten Nachrichten. Der Wahlsonntag hatte im Landkreis Heidenheim zwei Sieger: Matthias Heisler, der in Gerstetten im ersten Wahlgang mit 53,89 Prozent die absolute Mehrheit erringen konnte, und damit der neue Bürgermeister von Gerstetten wird. Und Roderich Kiesewetter, der mit 41,39 Prozent der Erststimmen bei der Bundestagswahl das Direktmandat für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim holte.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete wird damit zum fünften Mal in Folge den Landkreis in Berlin vertreten. Das ist eine besonders gute Nachricht vor dem Hintergrund, dass mit dem neuen Wahlrecht nicht mehr zwingend jeder Wahlkreis einen direkten Draht in die Bundeshauptstadt haben wird.
Beide Wahlsieger, Heisler und Kiesewetter, haben auf ihrem Gebiet schon viel Arbeit geleistet: Heisler in der Verwaltung als Fachbereichsleiter für Familie, Bildung und Sport im Heidenheimer Rathaus, Kiesewetter seit 2009 im Bundestag. Der CDU-Abgeordnete ist als Oberst a.D. der Bundeswehr Experte für Außen- und Sicherheitspolitik, aber trotz vieler Auslandsreisen ist er auch im Wahlkreis oft vor Ort, sein Arbeitspensum erkennbar groß. Beiden Wahlsiegern kann man ihren Erfolg gönnen, ob man ihnen politisch nahesteht oder nicht.
Hohe Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl
Noch eine gute Nachricht: Vielen ist es schon im Wahllokal aufgefallen, dass bei dieser Wahl deutlich mehr los war als bei vorherigen Wahlen. Eine Wahlbeteiligung von fast 83 Prozent zeigt, dass viele Menschen die politische Entscheidung ernst genommen haben, die es am Sonntag zu treffen galt.
Kommen wir zu den weniger guten Nachrichten: Der Wahlkreis Aalen-Heidenheim hat künftig nicht mehr zwei – oder sogar drei, wie in der vorletzten Wahlperiode – Abgeordnete in Berlin. Das ist zwar bedauerlich, aber kommt nicht überraschend. Aufgrund der (fehlenden) Listenplätze war es vorher schon klar, dass außer Roderich Kiesewetter keiner der lokalen Kandidaten eine Chance auf ein Mandat hat.
Bitter ist das Ergebnis der AfD im Wahlkreis, das noch einmal deutlich besser ist als das Ergebnis auf Bundesebene. Im Nachhinein erklärt dies, warum die Partei ihre Spitzenkandidatin Alice Weidel ins Heidenheimer Konzerthaus geschickt hat – der Landkreis Heidenheim hat sich doch als AfD-Hochburg entpuppt, auch wenn 4000 Menschen gegen das Auftreten der in Teilen rechtsextremen Partei in Heidenheim demonstriert haben.
Und bitter ist auch, dass einem Kandidaten wie Dr. Jürgen Müller, der noch nie politisch in Erscheinung getreten ist, quasi aus dem Stand fast ein Viertel der Wähler ein Mandat im Bundestag gegeben hätte. Darüber, dass in Giengen die AfD die stärkste Partei vor der CDU wurde und in einem Wahlbezirk fast 65 Prozent der Stimmen bekommen hat, wird man noch sprechen müssen.