Investition

36 Grad in den Klassenzimmern: Pistoriusschule in Herbrechtingen bekommt Hitzeschutz

Die Pistoriusschule in Herbrechtingen wird besser gegen sommerliche Hitze geschützt. Allerdings wird das Lüftungssystem erst in den Sommerferien eingebaut.

In der Pistoriusschule werden Temperaturen von bis zu 36 Grad gemessen. Die Schwelle von 30 Grad wird in den Sommermonaten oftmals überschritten. So beschrieb es das vom Landkreis beauftragte Ingenieurbüro, das mögliche Kühlungsmethoden untersuchen sollte und im Kreistagsausschuss für Infrastruktur und Umwelt zwei Varianten vorstellte. Eine davon war die Ausstattung der Fenster mit Sonnenschutzfolie. Diese würde zwar einen Teil der Hitze abhalten, ihre Wirkung lasse jedoch nach zehn Jahren nach, sodass ein teurer Austausch notwendig wäre.

Als sinnvoller bewertete der Vertreter des Ingenieurbüros die Nachtlüftung. Dabei werden die Oberlichter der Klassenzimmer durch automatisch gesteuerte Lamellenfenster ersetzt. Diese reagieren auf Wetterdaten und Innentemperaturen. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir damit die Temperaturen um bis zu sechs Grad senken können“, erklärte der Fachmann. Wichtig sei jedoch, dass der Sonnenschutz durch Jalousien einwandfrei funktioniere.

Kosten und Zeitplan für die Umsetzung

Die Kosten für die Lösung belaufen sich auf rund 210.000 Euro, wobei der Landkreis 170.000 Euro Fördermittel aus dem Klimafonds erhält.

Die Schüler müssen dieses Schuljahr noch einmal schwitzen: Denn der Einbau ist für die Sommerferien geplant. Schneller gehe das aus vergaberechtlichen Gründen nicht, bedauerte Landrat Peter Polta.

Photovoltaikanlage rechnet sich schnell

Ebenfalls beschlossen wurde die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem bestehenden Schulgebäude. Die Wahl fiel auf eine Anlage ohne Speicher, wobei die Schule 70,5 Prozent des erzeugten Stroms selbst nutzen kann. Die Investition von 160.000 Euro würde sich nach 7,4 Jahren amortisieren und jährlich 13.800 Euro einsparen, so die Berechnung des Ingenieurbüros. Ein zusätzlicher Speicher würde den Eigenverbrauch zwar steigern, allerdings die Amortisationszeit verlängern.

„Normalerweise empfehlen wir immer einen Speicher, aber hier macht es aufgrund der Verhältnisse wenig Sinn“, erklärte eine Vertreterin des Ingenieurbüros auch mit dem Hinweis darauf, dass die Batterie im Winter wegen der Lebensdauer immer geladen werden müsse.

Anbau wächst schnell in die Höhe

Landrat Polta betonte: „Das ist keine Grundsatzentscheidung gegen einen Energiespeicher. Falls er sich in Zukunft lohnt, können wir ihn immer noch ergänzen.“ Bei der Entscheidung ohne Begründung enthalten hatten sich die beiden AfD-Kreisräte, die in der Regel keine Klimaschutzprojekte unterstützen.

Im Februar wurde mit dem Bau der Erweiterung der Pistoriusschule gestartet. Mittlerweile stehen bereits die ersten Wände. Die rund 2,9 Millionen Euro teure Erweiterung soll schon im kommenden Schuljahr in Betrieb gehen.