Der Bürgerempfang soll ein „neues und junges Format“ im gesellschaftlichen Leben der Stadt sein, erläuterte Herbrechtingens Bürgermeister Daniel Vogt. Im Mittelpunkt sollen die „engagierten Bürgerinnen und Bürger, unsere ehrenamtlich Tätigen, unsere Sportlerinnen und Sportler sowie all jene, die sich mit Herz und Tatkraft für unsere schöne Stadt einsetzen“ stehen, so Vogt, der den Bürgerempfang moderierte. Mit diesem Format schaffe man „eine neue Tradition“, so der Bürgermeister im Beisein der Ehrengäste, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter und dem Heidenheimer Landrat Peter Polta.
Eine Stadt mache mehr aus als nur ihre Straßen, Gebäude und Plätze, „sie lebt vor allem von ihren Menschen“, sagte Vogt. Um das ehrenamtliche Engagement in Herbrechtingen zukünftig noch breiter würdigen zu können, werde man noch in diesem Jahr Leitlinien entwickeln, „um in Zukunft neben sportlichen Leistungen auch gesellschaftliche Verdienste würdigen zu können“. Das Ehrenamt sei „das Rückgrat unserer Stadt“, so Vogt und es verdiene auf breiter Basis „unsere volle Anerkennung“, fügt er an.

Bei der Premiere des Herbrechtinger Bürgerempfangs wurden beispielsweise Blutspender für ihre zehnte, 25., 50. und sogar die 75. Blutspende geehrt. Im vergangenen Jahr war so in Herbrechtingen eine vierstellige Zahl an Spenden zusammengekommen. Eine Leistung, die „nicht hoch genug geschätzt werden kann“, sagte der Bürgermeister, denn diese Blutspenden seien von „unschätzbarem Wert, sie bedeuten Hoffnung und Leben. Jede einzelne von ihnen kann Leben retten“.
Zudem wurden Sportlerinnen und Sportler geehrt, „die mit großem Einsatz und Talent unsere Stadt vertreten und uns mit ihren Erfolgen begeistern“, so Vogt. Diese Menschen seien ebenso Vorbilder, zeigten sie doch, was mit Fleiß, Disziplin und Teamgeist erreichbar sei. Die hinter diesen Sportlerinnen und Sportlern stehenden Vereine in Herbrechtingen, Bolheim und Bissingen besäßen eine hohe Anziehungskraft und ihre Arbeit habe eine große Bedeutung für das soziale Miteinander.
Die Arbeit, die in Vereinen geleistet wird, ist unbezahlbar.
Daniel Vogt, Bürgermeister Herbrechtingen
Diese Vereine seien „Orte der Gemeinschaft, der Wertevermittlung und der Kinder- und Jugendarbeit“. Gerade jungen Menschen böten sie Halt, Perspektiven und eine sinnvolle Freizeitgestaltung. In den drei großen Vereinen Herbrechtingens, Bolheims und Bissingens seien mehr als 1000 Kinder und Jugendliche organisiert, „das ist eine enorme Anzahl. Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist unbezahlbar“, so der Bürgermeister. Kein Staat könne das in dieser Form stemmen.

Auch die "Müllionäre" erhielten eine Ehrung und Auszeichnung für ihr jahrelanges Engagement in Herbrechtingen. Diese Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern leistet mit ihrem freiwilligen Einsatz „einen kostbaren Beitrag zur Sauberkeit in unserer Stadt“, sagte der Bürgermeister. Seit dem Jahr 2013 würden sie vom Frühjahr bis zum Herbst stark frequentierte Bereiche der Innenstadt von wildem Müll befreien, „und das mit großem Einsatz und viel Leidenschaft“.
Ein bisschen schade war an diesem Samstagnachmittag lediglich die Tatsache, dass zu viele Stühle im Bürgersaal des Herbrechtinger Rathauses leer blieben, geschätzt etwa nur 150 Zuschauerinnen und Zuschauer waren der Einladung gefolgt. Aber dafür konnten weder die Organisatoren noch die Protagonisten des ersten Bürgerempfangs etwas, sie hatten sich alle Mühe gegeben, die Premiere mit Leben zu füllen. Und hätten dafür auch ein größeres Publikum verdient gehabt.
Musik und Sport live auf der Bühne
Für das Showprogramm des samstäglichen Spätnachmittags hatten die Organisatoren lokale Protagonisten aufgeboten. So zeigten unter anderem der altersgemischte Chor der Buchfelfeldschule aus Bolheim, das Jazzquartett Buigenjazzer oder die Turner des SV Bolheim ihr Können zwischen den einzelnen Redeblöcken und Auszeichnungsrunden.