Trio als Leitung

Generationswechsel an der Spitze der Hermaringer Feuerwehr

Kommandant Rainer Grupp und sein Stellvertreter Steffen Baur gaben bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Hermaringen ihre Ämter ab. Künftig leitet ein Trio die Einsatzkräfte in der Gemeinde.

Ein bewegender Abend für die Feuerwehr Hermaringen: Bei der Hauptversammlung wurde nicht nur auf ein ereignisreiches Einsatzjahr zurückgeblickt, es wurde auch ein Generationswechsel an der Spitze vollzogen. Nach zehn Jahren stellten Kommandant Rainer Grupp und sein Stellvertreter Steffen Baur ihre Ämter zur Verfügung. Zum neuen Führungstrio wurden Steffen Grolik als Kommandant sowie Lukas Müller und Joachim Ott als seine Stellvertreter gewählt.

Jeder von euch trägt mit seinen Fähigkeiten und seinem Wissen dazu bei, dass wir als Team erfolgreich sind.

Rainer Grupp, ehemaliger Kommandant der Hermaringer Feuerwehr

Rainer Grupp, der auf stolze 41 Jahre aktiven Feuerwehrdienst zurückblickt, wurde in Anerkennung seiner Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet und zum Ehrenkommandanten ernannt. Sein bisheriger Stellvertreter Steffen Baur erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze. „Wir sind nicht nur eine Feuerwehr, sondern eine Gemeinschaft“, sagte Grupp in seiner letzten Rede als Kommandant. „Jeder von euch trägt mit seinen Fähigkeiten und seinem Wissen dazu bei, dass wir als Team erfolgreich sind.“

Einsatzreiches Jahr 2024 mit 44 Alarmierungen

Insgesamt 44 Einsätze zählte die Hermaringer Wehr im Jahr 2024. Dazu gehörten Brand- und zahlreiche Unwettereinsätze und technische Hilfeleistungen. Besonders eindrücklich war ein starker Regenfall am 16. Mai, bei dem sich die Karlstraße binnen Minuten in einen See verwandelte. „Unsere Alarmmelder piepten ununterbrochen“, schilderte Grupp. Die Feuerwehr Sontheim eilte zur Unterstützung herbei. Ein Beispiel für die gelebte Überlandhilfe im Landkreis.

Zufrieden zeigte sich Grupp in Bezug auf den Personalstand. Insgesamt zählt die Wehr 50 aktive Feuerwehrleute, zudem 25 Mitglieder in der Altersabteilung. Erfreuliches gab es auch aus der Jugendfeuerwehr zu berichten: Fünf Mitglieder wechselten in den aktiven Dienst, zehn Jugendliche sind derzeit aktiv dabei. Neben dem Einsatzgeschehen wurde auch die Modernisierung vorangetrieben: Die Umstellung auf Digitalfunk ist unter der Leitung von Gerhard Brezger bereits weit fortgeschritten.

„Nach zehn Jahren an der Spitze unserer Feuerwehr möchte ich mich ganz herzlich für eure Unterstützung und euer Engagement bedanken“, sagte der scheidende Kommandant. „Diese Jahre waren geprägt von vielen Herausforderungen, aber auch von unzähligen gemeinsamen Erfolgen und schönen Momenten.“

Bürgermeister Mailänder: „Euch ist nichts zu viel“

Bürgermeister Jürgen Mailänder sagte: „Es ist großartig, wie viele junge Menschen sich hier engagieren. Das ist ein starkes Zeichen für die Zukunft unserer Feuerwehr.“ Mit Blick auf das breite Engagement der Kameradinnen und Kameraden betonte er: „Ob es um zusätzliche Ausbildungen, Projekte wie die Softwareeinführung oder spontane Einsätze bei Unwettern geht, euch ist nichts zu viel. Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr.“ Er würdigte die scheidende Führung und zeigte sich überzeugt, dass mit dem neuen Führungstrio der eingeschlagene Weg erfolgreich weitergeführt wird.

Diese Jahre waren geprägt von vielen Herausforderungen, aber auch von unzähligen gemeinsamen Erfolgen und schönen Momenten.

Rainer Grupp, ehemaliger Kommandant der Hermaringer Feuerwehr

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Uli Steeger würdigte die Hermaringer Wehr ebenfalls als „tolle, junge Mannschaft, die mit großem Engagement bei der Sache ist“. Gleichzeitig nutzte er die Bühne für einen eindringlichen Appell an Wehren und Gemeinden und sprach Probleme offen an: „Die Tagesverfügbarkeit sinkt, die Zahl der tauglichen Atemschutzgeräteträger nimmt ab, Führungskräfte zu finden wird schwieriger.“ Daher forderte er, die Grundausbildung, das Fahrsicherheitstraining und das Leistungsabzeichen weiter konsequent zu fördern, auch durch standortnahe Angebote im Landkreis.

Thomas Joos: „Engagement im Verband ist keine Pflicht, sondern Chance“

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Thomas Joos stellte in seiner Rede die Entwicklungen auf Landesebene vor. „Leider haben wir aus dem Landkreis Heidenheim keine Rückmeldungen für die neuen Gremien bekommen. Das ist schade, denn hier wird mitgestaltet, wie die Zukunft der Feuerwehr aussieht.“ Er appellierte eindringlich: „Wer mitreden will, muss sich einbringen. Das ist keine Pflicht, das ist eine Chance!“

Beförderungen und Ehrungen in der Hermaringer Wehr

Zum Feuerwehrmann wurden Hendrick Grupp und Benedikt Lehnert ernannt. Den Dienstgrad Oberfeuerwehrmann erhielten Luca Ackermann, Niklas Domes, Max Müller, Ceyhun Findik, David Ihle, Dominik Venghaus und Tobias Ott. Zum Hauptfeuerwehrmann befördert wurden Konrad Roher, Julian Engel und Thomas Ihle. Joachim Ott, der zugleich als neuer stellvertretender Kommandant gewählt wurde, wurde zum Löschmeister ernannt.

Der nächste Karriereschritt zum Oberlöschmeister ging an Andreas Bauer, Matthias Maier wurde zum Hauptlöschmeister befördert. Der neue Kommandant Steffen Grolik wurde zum Brandmeister ernannt.

Neben den Amtswechseln und Beförderungen wurden auch mehrere Kameraden für ihre langjährige Treue und Verdienste ausgezeichnet: Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber erhielten Martin Birzele, Hans-Christian Maier und Peter Ulmer für 25 Jahre aktiven Dienst.

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