Leserbrief

Profitieren in Königsbronn nur ein paar wenige?

Leserbrief zu Bauprojekten der Gemeinde Königsbronn:

Viel wurde über Staus und Umleitungen in Königsbronn gesprochen. Doch eine wichtige Frage bleibt unbeachtet: Warum gibt die Gemeinde Millionen aus, um das Leben einiger weniger angenehmer zu gestalten, während die Allgemeinheit die Rechnung zahlt? Es ist legitim, dass eine Gemeinde einzelne Gruppen entlastet, Privilegien erhält oder große Lösungen gegenüber kleinen Lösungen präferiert. Aber sollten wir nicht genau hinschauen, ob diese Ausgaben sinnvoll sind?

Zwei aktuelle Beispiele verdeutlichen, wie fragwürdig manche Entscheidungen sind: Am Ortseingang Königsbronn werden 2,34 Millionen Euro investiert. Laut einem HZ-Artikel wären die tatsächlichen Kosten deutlich geringer gewesen, wenn öffentliche Stellplätze nicht erhalten geblieben wären. Doch wie sinnvoll ist das? An manchen Tagen stehen dort gerade weniger als zehn Fahrzeuge. Lohnt sich der zusätzliche finanzielle Aufwand wirklich, oder hätte man eine kostengünstigere Alternative in Betracht ziehen müssen?

Kreisel in Itzelberg: 720.000 Euro, um wenige Parteien an sonnigen Tagen am Wochenende zu entlasten. Alternative Lösungen? Testweise erstmal große Schilder mit der Aufschrift „Parken an Wochenenden innerorts 30 Euro pro Tag“, mit gleichzeitigem Verweis auf die kostenfreien Parkplätze bei der Firma CF Maier oder Anwohnerausweise. Offenbar zu kompliziert. Wer glaubt, Bundesmittel seien geschenktes Geld, irrt. Es sind unsere Steuern. Unsere Finanzlage erfordert Vernunft. Statt Kosten explodieren zu lassen, weil auf die Privilegien Einzelner Rücksicht genommen wird, sollten zunächst pragmatische und kostengünstige Alternativen geprüft werden. Davon würden am Ende alle profitieren, nicht nur ein paar wenige.
Julian Ruess, Königsbronn