Die Staufener werden sich freuen. Und auch so mancher Besucher, Wanderer oder Radfahrer wird hier vielleicht künftig die Seele baumeln lassen: In Staufen soll der Klingenplatz umgestaltet werden. Noch steckt das Projekt im bürokratischen Prozess, doch mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger konnten bereits relativ konkrete Pläne erarbeitet werden. Eine Umsetzung rückt näher.
Was ist geplant? Noch sind die Entwürfe nicht finalisiert, aber es gibt durchaus klare Ansätze, wie sich der Klingenplatz verändern könnte. Unterm Strich steht so viel fest: Der Bereich unterhalb des Gasthauses Schlössle, der bereits heute mit Kneippanlage, Wasserbecken, Sitzbank und Schautafeln Bürger zum kurzen Päuschen einlädt, soll attraktiver werden. Es soll ein einheitlicher Platz entstehen. In Zusammenspiel mit der Gastronomie könnte das ein neuer Anziehungspunkt sein.
Sonnenterrasse und Streuobstwiese: So könnte sich der Platz in Staufen ändern
In einem favorisierten Plan zeigt sich: Es soll etwa mehrere und unterschiedliche Sitzgelegenheiten geben, eine Sonnenterrasse und eine erhöhte Plattform mit Blick über das Wasser, Bäume mit Hängematten sind angedacht, mehr Grün und sogar eine kleine Streuobstwiese könnte entstehen. Durch die optischen Unterbrechungen und unterschiedlichen Bepflasterungen verspricht sich die Verwaltung, den Verkehr an der Durchgangsstraße zu beruhigen, was dann wiederum zu mehr Aufenthaltsqualität führen kann. Verkehrsrechtlich soll die Straße als verkehrsberuhigter Bereich ausgeschildert werden. Mittig ergibt sich ein multifunktionaler Platz, es gibt Parkplätze sowie Fahrradstellplätze.
Wir wollen jetzt so einen richtigen Ort zum Wohlfühlen und Verweilen schaffen.
Mirjam Steiner, Syrgensteins Bürgermeisterin
Weiter soll das Wasser am Klingenplatz erlebbar und zugänglich gemacht werden. Auch die vorhandene Kneippanlage an sich soll umgestaltet werden. „Inwiefern und wie wir das umsetzen, steht noch nicht fest, weil wir einfach noch einiges abzustimmen haben“, sagt Syrgensteins Bürgermeisterin Mirjam Steiner.

Angrenzendes Haus wird abgerissen, um Platz zu schaffen
Um mehr Platz zu schaffen, soll das angrenzende Haus am Klingenplatz 7 abgerissen werden. Vor Ort ergibt sich dann auch ein ganz anderer Verkehrsüberblick. Zudem soll ein Fußweg angelegt werden. Die Gemeinde will Versorgungspoller installieren und somit Infrastruktur für Dorffeste und Events bereitstellen. Für Wanderer oder Radler wird ein WC-Container aufgestellt. Man sieht: Das Herz von Staufen bekäme ein ganz neues Gesicht. Ein neuer Ortsmittelpunkt könnte entstehen.
Gemeinde musste in ein neues Förderprogramm wechseln
Wie ist der aktuelle Stand? Pläne zur Umgestaltung liegen bereits in der Schublade, wenn auch noch nicht das letzte Wörtchen gesprochen ist. Denn an einer Umgestaltung wird nicht erst seit gestern gearbeitet. Vielmehr tüfteln Gemeinde und Bürger seit Jahren an diesem Projekt. Immer wieder fanden Bürgerwerkstätten statt. Hier wurden Ideen gesammelt, Wünsche gehört und Möglichkeiten ausgelotet. Und eigentlich war eine Umsetzung bereits für 2024/2025 angedacht gewesen. Doch es kam zu Verzögerungen, weil eine zunächst zugesagte Förderung seitens des Amtes für Ländliche Entwicklung reduziert und zeitlich verschoben worden war. Die Gemeinde hatte daraufhin beschlossen, in ein anderes Förderprogramm zu wechseln.
Spätestens 2027 soll alles fertig sein.
Mirjam Steiner
Wie geht es weiter? Laut Bürgermeisterin Mirjam Steiner liegt die mündliche Zusage für die Aufnahme in die Städtebauförderung vor. Derzeit werde die Ist-Analyse finalisiert. „Großer Vorteil war, dass wir viel geleistete Vorarbeit übertragen konnten“, so Steiner. Während der bürokratische Prozess weiterläuft, soll es im Juni nochmals eine Bürgerwerkstatt geben, um die Pläne zu finalisieren. Dann könnte es konkret werden: Mirjam Steiner hofft, dass man noch im Herbst im Untergrund mit Wasser- und Kanalsanierungen beginnen kann. „Die Chance wollen wir nutzen“, sagt sie. Dann soll der Platz an sich angepackt werden. Mirjam Steiner: „Spätestens 2027 soll alles fertig sein.“ Es entstehen Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. 60 Prozent sollen gefördert werden, 40 Prozent der Kosten stemme die Gemeinde, so die Bürgermeisterin.

Der Klingenplatz ist der Auftakt für weitere Veränderungen in Staufen
Für Staufen sei das ein wichtiger Schritt, sagt die Rathauschefin. „Der Klingenplatz ist ein Riesenplatz, den man so eigentlich gar nicht richtig nutzen kann. Wir wollen jetzt so einen richtigen Ort zum Wohlfühlen und Verweilen schaffen.“ Und die Vereine hätten einen festen und attraktiven Platz für Feste und Veranstaltungen.
Mit der Umgestaltung des Klingenplatzes will die Gemeinde in Staufen ein erstes Projekt umsetzen. Künftig sollen noch weitere Bau- und Infrastrukturmaßnahmen angegangen werden. „Wir haben im Zuge des Prozesses ganz Staufen angeschaut“, erklärt Mirjam Steiner. Leerstände, Verkehrsführung und „städtebauliche Missstände“ seien begutachtet worden. Nach und nach will die Gemeinde hier anpacken. Der Klingenplatz, er soll der Auftakt sein.
Die Kling
Die Kling ist eine Karstquelle, die in Staufen entspringt. Unterhalb des Gasthauses Schlössle kommt sie zu Tage. Dort fließt sie über ein Wasserbecken am Klingenplatz. Deshalb ist dieser Platz auch nach ihr benannt. Die Kling speist den im Bachtal verlaufenden Zwergbach.