Der Volkmarsberg mit seinem markanten Turm und der Hütte des Schwäbischen Albvereins ist das Wahrzeichen der Stadt Oberkochen. Die Hütte hat eine bewegte Geschichte hinter sich, denn im Februar 1974 ist sie nach einem technischen Defekt am Getränkekühlschrank bis auf die rauchgeschwärzten Umfassungsmauern niedergebrannt. In einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion wurde sie wieder aufgebaut. Am 21. Juni dieses Jahres feiert jetzt die Oberkocher Ortsgruppe das 50-jährige Bestehen der neuen Hütte.
4238 Arbeitsstunden für Neubau der Volkmarsberghütte
Ursprünglich wurde die Hütte 1962 erstellt, betonen Florian Neumann und Dr. Carsten Glasenapp vom Vorstandsteam. Damals wie heute war die Hütte ein zentraler Anlaufpunkt und sehr wichtig für das Vereinsleben des Schwäbischen Albvereins. 1972 wurde die Küche der Hütte vergrößert und ein Freisitz angelegt. Insgesamt leisteten die freiwilligen Helferinnen und Helfer damals 4238 Arbeitsstunden.
Schon heute ist aber sicher, dass wir unsere Hütte nicht aufgeben, sondern so rasch als möglich in der alten Form wieder aufbauen werden.
Karl Schurr, Forstdirektor und damaliger Vertrauensmann
Der Brand am 9. Februar 1974 markiert einen der schwärzesten Tage in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte. Doch anstatt zu verzweifeln, nahmen die Mitglieder ihr Schicksal selbst in die Hand. Der damalige Vertrauensmann, Forstdirektor Karl Schurr, wandte sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit: „Die alte Hütte ist vollkommen verloren, wir werden ganz neu beginnen müssen. Schon heute ist aber sicher, dass wir unsere Hütte nicht aufgeben, sondern so rasch als möglich in der alten Form wieder aufbauen werden. Es ergeht deshalb meine herzliche Bitte an alle, die sich wie wir den Volkmarsberg nicht ohne Schutzhütte vorstellen können, sich am Wiederaufbau nach Kräften zu beteiligen.“
Dieser Appell und die kurz danach gestartete Baustein- und Spendenaktion fanden eine große Resonanz. Aus allen Teilen der Oberkochener Bevölkerung, aber auch aus den Nachbarorten kamen Spenden. Der Neubau nach den Plänen von Architekt Willibald Mannes und unter der Leitung von Erich Kolb und Horst Eichenkopf wurde in einer beispiellosen Gemeinschaftsaktion erstellt. Gefühlt war halb Oberkochen im Einsatz und so konnte bereits im November 1974 nach über 9000 Arbeitsstunden die Hütte wieder in Betrieb genommen werden.
Ein stolzes Zeichen der im Albverein lebendigen Gesinnung des Opfers und der Treue.
Gustav Bosch, früherer Oberkochener Bürgermeister
Die offizielle Einweihung fand dann am Himmelfahrtstag 1975 satt. Zu einer Sternwanderung kamen über 3000 Teilnehmer. Pfarrer Rudolf Vogt vollzog damals den Einweihungsakt und der damalige Bürgermeister Gustav Bosch nannte die Hütte „ein stolzes Zeichen der im Albverein lebendigen Gesinnung des Opfers und der Treue“.
Jubiläumsfeier im Juni auf dem Volkmarsberg
Auch heute ist die 742 Meter hoch gelegene Volkmarsberghütte weit über Oberkochen hinaus bekannt und beliebt. „Die Hütte ist ein Segen für den Verein“, sagt Dr. Carsten Glasenapp. Entsprechend groß wird das 50-jährige Bestehen der neuen Volkmarsberghütte am 21. und 22. Juni, gefeiert. Ab 12 Uhr ist Mittagstisch und ab 14 Uhr werden bei der Ankunft der Sternwanderer rund 1000 Gäste erwartet. Zur Unterhaltung gibt es Musik mit Harmonika, Gitarre und Bass. Der offizielle Festakt mit Grußworten, Geschichten von Zeitzeugen und einer Segnung ist um 15 Uhr. Um 19 Uhr startet dann die Sonnwendfeier. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Band „Les Pastis“.
Volkmarsberghütte ganzjährig geöffnet
Die Volkmarsberghütte liegt am Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins, der am Albtrauf entlang von Donaueschingen bis nach Tuttlingen führt. Rund 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Ortsgruppe Oberkochen sorgen dafür, dass die Hütte ganzjährig an Samstagen von 13 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet werden kann. Insgesamt stehen im Innenraum 75 Sitzplätze zur Verfügung, im Sommer kommen rund 100 Plätze im Freien dazu.