Bilanz

Steigende Einsatzzahlen und neue Technik: Niederstotzingens Feuerwehr rüstet sich für die Zukunft

Die Freiwillige Feuerwehr Niederstotzingen verzeichnet steigende Einsatzzahlen und die Stadt investiert in moderne Ausrüstung und Ausbildung für zukünftige Herausforderungen.

Die Freiwillige Feuerwehr Niederstotzingen hat auf ihrer Hauptversammlung eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Kommandant Matthias Rabe berichtete über Einsätze, Investitionen und künftige Herausforderungen der Wehr. Dabei wurde deutlich: Die Zahl der Einsätze steigt, neue Technik hält Einzug und der Ausbildungsstand ist von zentraler Bedeutung.

Einsatzzahlen steigen weiter

Im Jahr 2024 mussten die Helfer zu insgesamt 59 Einsätzen ausrücken – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 47 Einsätzen im Vorjahr. Mit insgesamt 1611 geleisteten Stunden zeigt sich das große Engagement der Feuerwehrleute. Die schnelle Reaktionszeit bleibt eine der Stärken der Niederstotzinger Wehr: Durchschnittlich fünf Minuten nach Alarmierung war das erste Fahrzeug bereits am Einsatzort.

Derzeit engagieren sich 49 Mitglieder aktiv im Feuerwehrdienst, darunter zwei Frauen. Die Jugendfeuerwehr zählt 19 Mitglieder. Neben den regulären Einsätzen standen 2024 auch 51 Fortbildungen und Lehrgänge auf dem Programm. Insgesamt investierten die Feuerwehrleute rund 10.300 Stunden in Einsätze, Übungen und Verwaltungsarbeiten.

Investitionen in moderne Ausrüstung

Um für die steigenden Anforderungen gut gerüstet zu sein, hat die Stadt Niederstotzingen umfassende Investitionen in die Feuerwehr vorgenommen. Eine der wichtigsten Neuerungen war die Einführung des Digitalfunks mit 33 neuen Geräten für 85.000 Euro. Zudem wurden Schläuche, Armaturen und pneumatische Hebekissen für 16.900 Euro angeschafft. Der Lichtmast des Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF 20) erhielt eine Modernisierung mit LED-Technik.

Die größte Einzelanschaffung ist ein neues Mehrzweckfahrzeug für 120.000 Euro, das noch in diesem Jahr in Dienst gestellt wird. Für 2025 ist bereits die Beschaffung eines neuen „Gerätewagens Logistik 2“ (GW-Logistik 2) geplant, mit einem Kostenvolumen von bis zu 500.000 Euro.

Blick nach vorn: Ausbildung und Zusammenarbeit im Fokus

Im kommenden Jahr sind 29 reguläre Übungen geplant. Hinzu kommen Großübungen, unter anderem mit dem Gefahrgutzug des Landkreises Heidenheim sowie eine gemeinsame Hauptübung mit der Feuerwehr Sontheim in der Grundschule Niederstotzingen. Auch das DRK wird in verschiedene Übungsszenarien eingebunden. Darüber hinaus wird die Feuerwehr Niederstotzingen am Leistungsabzeichen Bronze in Bayern teilnehmen.

Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

Bürgermeister Marcus Bremer betonte die enorme Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheit der Stadt. Die Zunahme von Starkregenereignissen und die wachsende Bedeutung des Katastrophenschutzes machten Investitionen in Technik und Ausbildung notwendig. Bremer betonte die Bedeutung eines effizienten Starkregen-Risikomanagements und verwies auf den Haushaltsplan 2025, in dem Mittel für die Analyse und Vorsorge bereitgestellt werden. Er unterstrich die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Hochwasser- und Einsatzpläne auf Landkreisebene und deren digitale Verfügbarkeit, um schnelle und koordinierte Einsätze zu gewährleisten.

Nicht nur modernste Technik, sondern gut ausgebildetes Personal entscheidet über die Qualität und Effizienz der Einsätze.

Kreisbrandmeister Michael Zimmermann

Kreisbrandmeister Michael Zimmermann betonte die Wichtigkeit der Ausbildung: „Nicht nur modernste Technik, sondern gut ausgebildetes Personal entscheidet über die Qualität und Effizienz der Einsätze.“ Dabei appellierte Zimmermann an die Wehren, sich auf Grundtätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz zu konzentrieren. Er betonte, dass es essenziell sei, angebotene Ausbildungsmaßnahmen wahrzunehmen.

Hans-Frieder Eberhardt, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim, sprach sich für eine bessere finanzielle Ausstattung der Feuerwehren aus, besonders was den Zivil- und Bevölkerungsschutzes angehe. „Ich persönlich bin der Meinung, dass der Bevölkerungsschutz Hand in Hand mit der militärischen Ertüchtigung der Bundeswehr erfolgen sollte, damit ausreichend Mittel für beide Bereiche bereitgestellt werden“, erklärte er.

Ehrungen, Ernennungen und Beförderungen

Grund zur Freude gab es zum Abschluss für die Geehrten. Bürgermeister und oberster Dienstherr der Feuerwehr Niederstotzingen, Marcus Bremer, erhielt für sein herausragendes Engagement im Feuerwehrwesen, auch überörtlich in seiner Tätigkeit im Verbandsausschuss als Vertreter der Bürgermeister des Landkreises, die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim. Thomas Walter, Vorgänger von Kommandant Matthias Rabe, wurde für 40 Jahre Dienst mit dem Ehrenzeichen in Gold des Landes Baden-Württemberg bedacht. Mit dem Ehrenzeichen in Silber des Landes Baden-Württemberg wurde Harald Hartmann für 25 Jahre geehrt. Auf 20 Dienstjahre kann Markus Hegele zurückblicken und bekam dafür das Ehrenzeichen in Silber der Stadt Niederstotzingen. Felix Frank, der seit 15 Jahren im Dienste der Feuerwehr steht, erhielt das Ehrenzeichen in Bronze des Landes Baden-Württemberg.

Mark Leinweber wurde an diesem Abend zum Feuerwehrmannanwärter ernannt. Zur Feuerwehrfrau wurde Carmen Kunze, zum Feuerwehrmann Manuel Allgayer befördert. Den Rang des Oberfeuerwehrmanns haben ab sofort Maximilian Späth, Raphael Finsinger, Christian Schiefnetter, Johannes Späth und Nico Wagner. Über die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann durfte sich Patrick Richter freuen. Hans-Peter Unterweger trägt ab sofort zwei silberne Sterne auf den Schulterklappen und steht nun im Rang des Oberbrandmeisters.