Schlosssanierung

Sanierung von Schloss Brenz: Weitere Fördermittel bewilligt, Architekt gefunden

Fast eineinhalb Jahre dauern nun schon die Vorbereitungen zur Sanierung der großen Wasserschäden im Schloss Brenz. Nun wurden die letzten Hürden für die Arbeiten aus dem Weg geräumt.

Lang hat es gedauert, doch die Geduld wurde belohnt: Denn das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen vermeldete, dass die Gemeinde Sontheim im Rahmen einer ersten Tranche des Denkmalförderprogramms 2025 zur Sanierung von Kulturdenkmälern 125.000 Euro an Fördermitteln für die Sanierung von Schloss Brenz erhält. Damit hat die Gemeinde nun auch den letzten Förderantrag positiv beschieden bekommen.

Weitere Gelder fließen aus dem Ausgleichsstock (50.000 Euro), der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (100.000 bis 125.000 Euro) und dem Programm des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (210.000 Euro), in Summe also 485.000 Euro. Passenderweise hat die Gemeindeverwaltung in derselben Woche auch einen Architekten für das Projekt gefunden. Denn in seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, mit dieser Aufgabe Werner Stolz vom Büro DMS-Sanierungen in Giengen zu beauftragen.

Stolz hatte sich mit seiner Präsentation unter anderem gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, das Architekturbüro Weber aus Langenau, durchgesetzt. Er hat für dieses Büro bereits mehrere Sanierungsobjekte im Landkreis Heidenheim betreut, so unter anderem die Sanierung der Kapelle St. Leonhard in Bissingen oder der Kirche St. Georg in Auernheim. Und auch in Sontheim sei er „in mehreren Kirchen bereits involviert“ gewesen, so Bürgermeister Tobias Rief.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten hat Wasser dicke, tragende Eichenbalken zersetzt, stellenweise besteht Einsturzgefahr. Foto: René Rosin

„Es muss uns gelingen, einerseits die Denkmalschutzauflagen einzuhalten und andererseits bezahlbar und wirtschaftlich zu arbeiten.“

Tobias Rief, Bürgermeister Sontheim/Brenz

Der nächste Schritt sei jetzt die Vertragsunterzeichnung mit der Gemeindeverwaltung, sagte Werner Stolz im Telefonat, „ich denke, dass wir das noch vor Ostern hinbekommen“. Die ersten Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke könnten idealerweise noch vor Pfingsten erfolgen, sodass man – wenn alles optimal läuft – die ersten Aufträge noch vor den Sommerferien vergeben könne. Das müsse er aber alles noch mit der Gemeindeverwaltung abklären. Tobias Rief sagte dazu, dass man mit der Vergabe noch warten müsse, bis man einen genehmigten Haushalt habe.

Statik in den Griff bekommen

Bei optimalem Planungsfortschritt könne man dann nach den Sommerferien mit den Sanierungsarbeiten in den unteren Bereichen des Schlosses beginnen, so Stolz. Dort war über Jahrzehnte Wasser eingetreten, wodurch zahlreiche tragende Eichenbalken verrottet waren. Das Wichtigste sei deshalb zunächst, die Statik in den Griff zu bekommen. Man müsse ganz von unten anfangen, um die darüber liegenden Strukturen stabilisieren zu können. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann danach die Sanierung beispielsweise des Rittersaals erfolgen.

Es steht außer Zweifel, dass Teile der Außenmauer, wie sie jetzt beschaffen ist, nicht für direkten Erdkontakt geeignet sind.

Tobias Rief, Bürgermeister Sontheim/Brenz

In Sontheim wäre man gern schon viel weiter und auch in Vorleistung gegangen, allerdings hat die Verwaltung auf Nachfrage beim Land von dort die Information bekommen, dass man besser auf den Bescheid warte, will man Fördermittel bei der Sanierung einsetzen. Der Gemeinde muss bei der Schlosssanierung der Spagat gelingen, „einerseits die Denkmalschutzauflagen einzuhalten und andererseits bezahlbar und wirtschaftlich zu arbeiten“, so Rief. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Abzüglich der Fördermittel muss die Gemeinde einen Eigenanteil in Höhe von 715.000 Euro stemmen.

Aufgrund der fehlende statischen Festigkeit sind im Schloss ganze Wände so verrutscht, dass Deckengwölbe rissig wurden. An manchen Stellen kann man von einem Stockwerk ins andere hindurchschauen. Foto: René Rosin

Die Arbeiten selbst sollen nach den Vorstellungen der Verwaltung in mehrere Pakete aufgeteilt werden. An die statische Ertüchtigung der beiden unteren Gewölbe schlösse sich dann die Sanierung des Rittersaals an. Die dabei entstehenden Kosten in Höhe von etwa einer halben Million Euro muss die Gemeinde weder aus den Fördermitteln noch aus eigener Tasche bezahlen, da diese Schäden über eine Haftpflichtversicherung reguliert werden.

Nicht für direkten Erdkontakt geeignet

Eine mögliche weitere Sanierung könnte den Außenbereich inklusive des aufgeschütteten Gartens an der südlichen Westfassade des Schlosses betreffen. Denn über das hier bis an die Schlossmauern heran aufgeschüttete Erdreich ist ein Teil des Wassers eingetreten, das die Balken verrotten ließ. Hier gibt es Überlegungen, eventuell die Außenmauern in diesem Bereich freizulegen. „Es steht außer Zweifel, dass Teile der Außenmauer, wie sie jetzt beschaffen ist, nicht für direkten Erdkontakt geeignet sind“, so Rief.

Frische Farbe für Fensterläden

Unterdessen haben an der Fassade bereits Erhaltungsmaßnahmen begonnen. Ein Sontheimer Handwerker saniert die typisch roten Fensterläden des Schlosses. Was die durchhängenden Balken des Torhäuschens angeht, habe eine Begutachtung durch Leute stattgefunden, „die das Torhäuschen schon ein bisschen länger kennen. Und diese Altvorderen sagen, dass es diese Durchhänger schon seit langem gibt. Das ist keine neue Entwicklung“, so der Bürgermeister. Es gebe jedenfalls keine statischen Probleme und somit auch keinen Handlungszwang.

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