Patrick Mainka drückte es nach dem 1:0-Erfolg des 1. FC Heidenheim beim VfL Wolfsburg im Hinblick auf Mitspieler Marvin Pieringer stark vereinfacht so aus: „Er blutet, muss genäht werden, kommt wieder rein, holt den Elfmeter raus, schießt ihn rein. Genau das ist, was wir brauchen. Widerstände brechen, da ist Piere heute vorangegangen“, so der FCH-Kapitän.
Es hat kurz einen Knall gegeben.
Marvin Pieringer über seine Verletzung
Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Die Deutsche Fußballliga (DFL) hat ein „Protokoll Kopfverletzungen“ herausgegeben. Pieringer und Wolfsburgs Sebastiaan Bornauw prallten nämlich mit ihren Köpfen zusammen. In den Richtlinien geht es auch um mögliche Gehirnerschütterungen. Dazu heißt es: „Ist der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nicht auszuräumen, nimmt der Spieler während der verbleibenden Spielzeit nicht mehr am Spiel teil.“
Die Entscheidung trifft dabei allein der jeweilige Mannschaftsarzt. „Trainer/-in, Schiedsrichter/-in und Spieler dürfen die Beurteilung und Entscheidung des Arztes/der Ärztin nicht beeinflussen.“ Im Fall von Marvin Pieringer war es Dr. Udo Tiefenbacher. Bei Pieringer sei es gleich klar gewesen, dass er weiterspielen kann, so der FCH auf eine entsprechende HZ-Anfrage.
Ich war so klar im Kopf, dass ich den Elfmeter machen konnte.
Marvin Pieringer, FCH-Matchmaker
Pieringer selbst erklärte in einem Interview mit „Sky“, dass es beim Kopfballduell mit Bornauw „kurz einen Knall“ gegeben habe. Der kleine Cut an seinem linken Oberlid wurde geklebt. Dabei wurde Wundkleber verwendet. Nur knapp sechs Minuten später verwandelte der 25-Jährige den entscheidenden Strafstoß. „Ich war so klar im Kopf, dass ich den Elfmeter machen konnte“, so Pieringer.
In der zweiten Halbzeit prallten Pieringer und Bornauw noch einmal mit ihren Köpfen zusammen. Der Frage, ob er keine Schmerzen gehabt habe, wich der FCH-Angreifer mit einem Scherz aus: „Es war zum Glück eine andere Stelle.“