Die erste Saisonniederlage – ausgerechnet im Spitzenspiel der Oberliga Baden-Württemberg gegen den VfL Herrenberg – war für die Fußballerinnen des 1. FC Heidenheim eine verdiente. Die Gastgeberinnen fanden beim 0:3 kein Rezept gegen die starke VfL-Offensive. Nach der Niederlage bleibt der FCH bei einem Spiel weniger (Nachholspiel gegen Tettnang) auf dem zweiten Tabellenplatz und hat nun drei Punkte Rückstand auf den Ligaprimus aus Herrenberg.
Es wirft uns nicht zu weit zurück. Wir machen genauso weiter, und es sind noch genug Punkte zu vergeben.
FCH-Trainerin Chantal Bachteler
FCH-Trainerin Chantal Bachteler musste am Sonntagnachmittag mehrere Spielerinnen, darunter auch Sabrina Kraus im zentralen Mittelfeld, ersetzen. „Sie ist gerade schwer zu ersetzen“, sagte die 37-Jährige, und tatsächlich merkte man dies auch in manchen Situationen des Spiels. Der Zuschauerzuspruch im Walter-Birkhold-Stadion war enorm, etwa 200 Zuschauer ließen sich das Spitzenspiel nicht entgehen.
FCH startet stark, kassiert dann aber zwei Gegentore
Die Heidenheimerinnen starteten mutig und hatten in den Anfangsminuten gute Gelegenheiten, in Führung zu gehen. Doch die Gäste fingen sich und überzeugten immer mehr mit ihrem Prunkstück, nämlich der Offensive. Die Abwehr der FCH-Mannschaft rückte immer mehr in den Fokus. In der 12. Minute war es Herrenbergs Franka Ziegler, die mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zur Führung für die Gäste traf. FCH-Torhüterin Janina Liber war ohne Abwehrchance. Heidenheim war aber keineswegs geschockt und spielte in diesem flotten und hochklassigen Spiel weiter munter nach vorne. Der letzte Pass wollte aber nicht ankommen. Und so schlugen die Gäste in der 36. Minute erneut Kapital.
Die ehemalige Zweitligaspielerin des VfL, Selina Walter, erhöhte auf 2:0 für ihr Team. In der zweiten Halbzeit probierten die FCH-Damen alles und hatten weiter gute Offensivszenen, aber immer war beim letzten Pass ein Fuß einer Herrenberger Spielerin im Weg. Ins Tor trafen dann wieder die Gäste. In der 81. Minute fiel der Treffer zum 0:3 aus Heidenheimer Sicht durch die Herrenberger Top-Torjägerin Maike Hillert.
Trotz der Niederlage gibt sich der 1. FC Heidenheim im Aufstiegsrennen nicht geschlagen
FCH-Trainerin Chantal Bachteler haderte im Anschluss mit den vergebenen Chancen zu Beginn der Partie. „Wir haben unsere Chancen zu Beginn nicht gemacht, da hatten wir die Möglichkeit, mit 1:0 oder 2:0 in Führung zu gehen. Dass Herrenberg eine gute Offensive und Spielanlage hat, hat man gesehen“, so die 37-Jährige. Bachteler sah aber insgesamt ein hochklassiges, gutes Spiel beider Teams und vermisste die eigene Kaltschnäuzigkeit in manchen Situationen. Auf die Frage, was die Niederlage für ihre Mannschaft bedeutet, meinte Bachteler: „Es wirft uns nicht zu weit zurück. Wir machen genauso weiter, und es sind noch genug Punkte zu vergeben. Die Saison ist noch lang, und wir bleiben dran. Wenn es am Ende nicht reichen sollte, ist es auch kein Beinbruch.“
Der Sieg war in dieser Höhe meiner Meinung nach nicht unverdient.
VfL-Trainer Steven Riechers
Gästetrainer Steven Riechers war natürlich zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Der Sieg war in dieser Höhe meiner Meinung nach nicht unverdient. Wir sind nach Chancen hüben wie drüben besser in die Abläufe gekommen, mussten aber dem Druck des Gegners bis zum Ende standhalten“, so der 46-Jährige zum Spiel. Trotz des klaren Siegs und des Vorteils im Meisterrennen glaubt Riechers noch an eine spannende Restsaison: „Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass ich nicht davon ausgehe, dass es eine Vorentscheidung geben wird.“ Und dabei blieb er auch nach der Partie: „Wir sind weit davon weg, dass wir es schon geschafft haben.“
Namen und Zahlen zum Spitzenspiel
1. FC Heidenheim: Liber im Tor; Schröm (84. Rebhan), Hörger (60. Preiß), Wild, Seemann, Werthner (44. Sakallioglu), Ilic (88. Neubrand), Husic, Käppeler, Reß, Bah
Tore: 0:1 12. Ziegler, 0:2 36. Walter, 0:3 81. Hillert
Zuschauer: 200