Erstes Spiel ohne Trainer Nico Schuska

Torreiches Derby: TSG Nattheim dreht Rückstand bei 5:2-Erfolg gegen die Sportfreunde Fleinheim

Zwei kriselnde Mannschaften und ein neuer Mann auf der Nattheimer Trainerposition: Das Kreisderby zwischen den Sportfreunden Fleinheim und der TSG stand unter spannenden Vorzeichen, jubeln durften am Ende die Gäste. Wie der 5:2-Sieg zustande kam, welcher Spieler überragte und wie die Trainer das Derby bewerten.

Das Derby der Sorgenkinder: So hätte man das Spiel der Sportfreunde Fleinheim gegen die TSG Nattheim betiteln können. Während Nattheim diese Saison weit unter seinen Möglichkeiten bleibt, gehen beim Aufsteiger Fleinheim angesichts von sechs Punkten aus 19 Spielen nach nur einem Jahr in der Bezirksliga langsam „die Lichter aus“. Zusätzliche Brisanz brachte die Veränderung auf der Cheftrainer-Position bei den Gästen aus Nattheim. Die TSG hatte sich am Dienstag vor dem Spiel von Trainer Nico Schuska getrennt. Angesichts von nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen der Rückrunde wurde dieser Schritt nicht ganz überraschend vollzogen. Co-Trainer Markus Burr hat das Amt vorerst übernommen und stand beim Spiel gegen die Sportfreunde an der Seitenlinie. Turbulente Zeiten bei den mit höheren Ambitionen gestarteten Nattheimern, die sich beim Tabellenletzten unbedingt den nötigen Rückenwind im Abstiegskampf holen wollten.

Sportfreunde Fleinheim beginnen stark

Die Gastgeber wussten natürlich um die besondere Situation und die daraus resultierende Verunsicherung der Gäste aus Nattheim. Genauso trat die TSG in den ersten 30 Minuten dann auch auf. Die Sportfreunde suchten vor gut 250 Zuschauern ihr Heil in der Offensive und kamen früh mit etwas Glück zum Erfolg. In der achten Minute unterlief Nattheims Torhüter Pascal Papadimas eine Flanke und Jens-Philipp Wiedemann konnte ungehindert ins leere Tor köpfen. Ein Nackenschlag gleich zu Beginn. Noch schlimmer wurde es aus TSG-Sicht, als Fleinheims Dominik Esslinger in der 27. Minute zum 2:0 aus kurzer Distanz nach einem Pfostentreffer abstauben konnte.

Ein Schock für die Gäste, die sich aber schnell davon erholten. Der junge TSG-Stürmer Valentin Fronz schaffte nur drei Minuten später mit einem platzierten Flachschuss aus knapp 15 Metern den Anschluss, und in der Folge fingen sich die Nattheimer immer mehr und hatten mehr vom Spiel. Fleinheim rettete den knappen Vorsprung in die Halbzeitpause.

Großer Jubel: Torschütze Fabian Horsch wird bei der TSG Nattheim gefeiert. Foto: Oliver Vogel

Die Sorge bei den Heimfans war groß, dass Fleinheim den Schwung aus der ersten Halbzeit nicht in die zweite Halbzeit mitnehmen könne. Nattheim drückte auf den Ausgleich und durfte schon fünf Minuten nach Wiederbeginn jubeln. Einen strittigen Strafstoß verwandelte TSG-Torjäger Fabian Horsch zum Ausgleich. Fleinheims Torhüter Jonas Herkommer ahnte zwar die Ecke, war aber letztlich machtlos gegen den strammen Schuss des 26-Jährigen.

Knapp 18 Minuten gab es erneut ein Strafstoß, der klarer war als der erste, und wieder trat Horsch zur Ausführung an. Sehr sicher verwandelte er dieses Mal und legte nur zehn Minuten später noch einmal nach. Der lupenreine Hattrick des Nattheimer Angreifers brachte nicht nur die 4:2-Führung, sondern schraubte auch sein Torkonto auf nun insgesamt zehn Treffer nach oben. Das Spiel war knapp zehn Minuten vor dem Ende praktisch entschieden. Fleinheim presste noch einmal und warf alles nach vorne. Trotz guter Chancen gelang ihnen kein Tor mehr und so war es schließlich der 40-jährige Nattheimer Bernd Klein, der in der Nachspielzeit mit seinem sechsten Saisontreffer den 5:2-Endstand herstellte.

Sportfreunde zeigen zwei Gesichter

So stimmten die Gäste nach der Partie das Derbysieger-Lied an und freuten sich über drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Fleinheim muss sich derweil langsam damit abfinden, nächste Saison wieder in der Kreisliga A zu spielen. Für Trainer Jochen Baß war es dennoch ein couragierter Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben in der ersten Halbzeit einige Dinge richtig gemacht und einen tollen Traumstart hingelegt. Eine gute Halbzeit reicht dann halt leider nicht“, begann der 31-Jährige seine Analyse nach dem Spiel und fügte hinzu: „In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht, die in dieser Form nicht passieren dürfen.“

In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht, die in dieser Form nicht passieren dürfen.

Jochen Baß, Trainer Sportfreunde

Auf die Frage, ob er dennoch Lehren aus dem Spiel ziehen könne und ob tatsächlich angesichts von 17 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz noch etwas geht, meinte Baß abschließend: „Ich bin heute mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden, aber es wäre vermessen, jetzt noch über den Nichtabstieg zu reden. Wir wollen uns weiter gut präsentieren und denken von Spiel zu Spiel.“

Trainer-Debütant Markus Burr hofft auf Rückenwind für die Restsaison

Für Nattheims Trainer Markus Burr war es ein besonderes Spiel als Hauptverantwortlicher nach der Entlassung von Nico Schuska. „Es war unter der Woche schon etwas überraschend für mich, aber vom Ablauf nicht dramatisch. Wir mussten uns kurz schütteln, und dann ging es weiter", so der 24-Jährige zum, der anmerkte: „Wir haben auch keine Zeit, groß nachzujammern."

Ich habe versucht, die Köpfe freizubekommen.

Markus Burr, aktuell Cheftrainer bei der TSG Nattheim

Auf die Frage, wie er die Mannschaft auf das Spiel eingestellt hatte, meinte Burr: „Ich habe versucht, die Köpfe freizubekommen, und ich bin auch kein Fan davon, groß umzustellen. Ich habe zudem versucht zu unterstützen und eine positive Energie mitzugeben." Der Interimstrainer hofft, dass seine Mannschaft den Rückenwind aus dem Derbysieg mit in die nächsten Spiele nimmt.

Namen und Zahlen zum Kreisderby

Spfr. Fleinheim: Herkommer im Tor; Esslinger (58. S. Illenberger), Gräber (80. Stets), Greco, Ma. Illenberger, Mi. Illenberger, Poppe (73. Tournas), Weltin (63. Schlumberger), Weber, Wiedemann

TSG Nattheim: Papadimas im Tor; Baamann (86. Kaufmann), Fischer, Eichhorn, Fa. Horsch, Fischer, Fl. Horsch, Fronz (70. Hahn), Haas (82. Scherer), Klein, Zimmermann

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