Co-Trainer Markus Burr übernimmt vorerst

Noch vor Befreiungsschlag im Derby: Warum sich die TSG Nattheim von Trainer Nico Schuska getrennt hat

Die TSG Nattheim hat die Reißleine gezogen: Als Reaktion auf den bisher enttäuschenden Saisonverlauf hat sich der Verein am vergangenen Dienstag von Trainer Nico Schuska getrennt. Beim Derby-Sieg am Samstagnachmittag stand der bisherige Co-Trainer Markus Burr an der Seitenlinie. Wie TSG-Sportdirektor Tobias Hochholzner die Entscheidung erklärt und warum Schuska selbstkritisch, aber auch überrascht ist.

Was im Verein schon am Dienstag bekannt wurde, offenbarte sich für Außenstehende erst im Rahmen des Derbys am Samstag: Beim 5:2-Auswärtssieg der TSG Nattheim bei den Sportfreunden Fleinheim vermisste man den Trainer Nico Schuska auf der Bank der Gäste. So wurde am Rande bekannt, dass der 46-Jährige nach der jüngsten Niederlage gegen Schwabsberg/Buch am Dienstag von den Verantwortlichen der TSG von seinem Traineramt freigestellt wurde. Nach nur 20 Punkten aus 18 Spielen und einem enttäuschenden 13. Platz (Relegationsrang) zog die Vereinsführung letztlich die Reißleine.

Wir waren nicht der Überzeugung, dass wir mit Nico den Turnaround schaffen würden.

TSG-Sportdirektor Tobias Hochholzner

Nattheims Sportdirektor Tobias Hochholzner nahm zu der Entscheidung nach dem Derby in Fleinheim Stellung: „Fußball ist ein Ergebnissport, und die Qualität der Mannschaft geht nicht innerhalb kurzer Zeit abhanden. Wir wussten, dass wir Spiele unglücklich verloren hatten und es nicht am Trainer lag, aber wir waren nicht der Überzeugung, dass wir mit Nico den Turnaround schaffen würden“, so der 28-Jährige, der den Trainer gleichzeitig aber auch in Schutz nahm: „Es liegt nicht nur an Nico, sondern an der Situation, und dann ist es bitter, dass er verantwortlich gemacht wird. Aber er ist halt am Ende verantwortlich.“

Selbstkritischer Nico Schuska zeigt sich in einem Punkt überrascht

Schuska zeigte sich im Gespräch mit der HZ enttäuscht, aber angesichts der sportlichen Situation nicht überrascht: „Ich bin sehr selbstkritisch, die Ergebnisse waren nicht so wie erhofft.“ Im Hinblick auf Entwicklung nach der schlechten Rückrunde in der vergangenen Saison analysierte der Coach ehrlich: „Ich habe es nicht hinbekommen, den Spaß am Fußball zurückzubringen.“ Er hatte den Bezirksligisten im vergangenen Sommer von Maximilian Laible übernommen. Zuvor coachte Schuska einige Jahre lang den TV Steinheim. Der 46-Jährige betonte, dass es keine negative Stimmung in der Kabine ihm gegenüber gegeben habe. Im Nachgang seiner letzten Ansprache an die Mannschaft am Dienstag hätten sich zudem vier Führungsspieler per Nachricht bei ihm bedankt. „Das zeigt, dass ich nicht alles falsch gemacht habe“, sagt Schuska.

Ich habe es nicht hinbekommen, den Spaß am Fußball zurückzubringen.

Nico Schuska, Ex-Trainer TSG Nattheim

Etwas unglücklich war aus Sicht des Ex-Trainers der Zeitpunkt der Entlassung: „Ich hätte gerne das Spiel in Fleinheim noch mitgenommen, aber die Entscheidung trifft letztlich der Verein und ich kann es nicht ändern.“ Ein Stück weit überraschend kam die Entscheidung am Dienstag für ihn auch, weil die TSG bislang ihren Trainern immer zur Seite gestanden habe: „Bisher stand Nattheim für Kontinuität.“

Nichtsdestotrotz stellt Schuska klar: „Ich gehe nicht im Groll und wünsche der Mannschaft viel Erfolg.“ Er habe der Mannschaft mitgegeben, dass sie an den Klassenerhalt glauben soll. Sportdirektor Hochholzner sagte über den Trainer und dessen Reaktion: „Wir konnten mit Nico immer gut sprechen, und er hat es auch komplett verstanden. Er brennt für Fußball und hatte auch weiterhin die Überzeugung, es zu schaffen.“

Er brennt für Fußball und hatte auch weiterhin die Überzeugung, es zu schaffen.

TSG-Sportdirektor Tobias Hochholzner über Nico Schuska

Hochholzner über Burr: „Wir sind sehr zufrieden, wie er es angegangen ist.“

Auf die Trainersuche angesprochen, erklärte Hochholzner: „Wir wollen jetzt nichts überstürzen, aber wir müssen auch überzeugt davon sein“, so Hochholzner, der nicht ausschließt, dass vielleicht sogar noch in dieser Saison ein neuer Trainer verpflichtet wird. Bis dahin wird aber Co-Trainer Markus Burr die Verantwortung als Trainer für die Mannschaft übernehmen. Auf die Frage, was der 34-jährige Markus Burr in der kurzen Zeit schon bewegen konnte, meinte Hochholzner abschließend: „Er hat das Vertrauen, den Spaß und die Lockerheit zurückgebracht. Er hat tolle Trainings gemacht und die Mannschaft aufs Wesentliche eingestellt. Wir sind sehr zufrieden, wie er es angegangen ist.“

Jetzt einfach weiterlesen
Jetzt einfach weiterlesen mit HZ
- Alle HZ+ Artikel lesen und hören
- Exklusive Bilder und Videos aus der Region
- Volle Flexibilität: monatlich kündbar