Handball-Landesliga

Was HSG-Trainer Tim Hoga an der Niederlage gegen die SHB besonders kritisiert

Was für ein Spektakel! Im Kreisderby setzte sich die SG Herbrechtingen/Bolheim mit 36:33 gegen die HSG Oberkochen/Königsbronn durch. Gästecoach Tim Hoga übte Kritik:

Die Vorzeichen konnten eigentlich nicht spannender sein. Sowohl die SG Herbrechtingen/Bolheim, als auch die HSG Oberkochen/Königsbronn haben noch Chancen auf den Aufstieg in die Verbandsliga und wollten mit einem Sieg diese auch aufrechterhalten. Schon im Hinspiel fielen beim 37:33-Erfolg für die HSG eine Menge Tore und auch im Rückspiel rechneten die knapp 450 Zuschauer in der Bibrishalle aufgrund der Offensivqualitäten beider Teams mit einer Menge Treffern. Die Stimmung war toll und beide Fanlager trommelten sich zu Höchstleistungen während des Spiels.

Personell waren die Voraussetzungen bei beiden Teams unterschiedlich. Während HSG-Trainer Tim Hoga nicht ganz aus dem Vollen schöpfen konnte, hatte SHB-Trainer Sebastian Schmid ein Luxusproblem und musste sogar einigen Spielern mitteilen, dass sie aussetzen müssen. In den Köpfen der Hausherren schwirrte nicht nur die Revanche für die Hinspiel-Niederlage im Kopf herum, sondern auch der direkte Vergleich, der am Ende vielleicht noch wichtig werden könnte. Also musste ein Sieg für die SHB mit mindestens vier Toren Differenz her.

Wir haben uns von der Hitzigkeit etwas anstecken lassen und bei manchen hat die Überzeugung gefehlt, das Ding noch zu drehen.

HSG-Trainer Tim Hoga

Die Hausherren konnten sich nach knapp acht Minuten schon mit 7:3 absetzen. Die Gäste konnten aber mit Treffern von Colin Schneider und Linkshänder Timo Grohsler wieder aufschließen. Eine erneute starke Phase bescherte der SHB nach knapp 20 Minuten beim 13:9 eine erneute Vier-Tore-Führung, doch auch diese konnte die HSG in der Folge wieder egalisieren. Das Spiel war rasant und hart, aber nicht unfair. Nach 30 intensiven und kampfbetonten Minuten wurden beim 20:17 die Seiten gewechselt.

Die SHB startet stark in die zweite Halbzeit

Einen fulminanten Start in die zweite Hälfte legte die SHB beim Drei-Tore-Lauf in knapp zwei Minuten zum 23:17 hin. Zunächst brachte dies die nötige Sicherheit für die Hausherren und der Vorsprung wurde sogar auf 28:21 ausgebaut. Dann kam bei der SHB wieder der Kopf ins Spiel und einige Chancen wurden leichtfertig vergeben. Die Gäste waren beim 29:26 knapp 15 Minuten vor dem Ende wieder dran und nach einem Doppelschlag von HSG-Spieler Ivo Dragicevic waren es nur noch zwei Treffer Rückstand (30:28) knapp zehn Minuten vor dem Ende.

Jetzt war es SHB-Torhüter Alexander Kovalchuk, der mit seinen Paraden ein Kippen der Begegnung verhinderte. Die Gastgeber nutzten in der Schlussphase in Person des zehnfachen Torschützen Tim Kraft ihre Chancen konsequenter und konnten das Derby mit 36:33 gewinnen. Insgesamt fehlten der SHB zwei Tore, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, was am Ende noch wichtig werden könnte im Kampf um den Relegationsplatz drei.

Nur schwer in den Griff zu bekommen: Tim Kraft (beim Wurf) erzielte für die SHB zehn Tore gegen die HSG Oberkochen/Königsbronn. Foto: Oliver Vogel

Der Jubel im SHB-Lager war dennoch groß und die Enttäuschung bei den Gästen war den Spielern und dem Trainergespann Tim und Joachim Hoga deutlich anzusehen. Sehr eng geht es weiterhin an der Tabellenspitze zu. Durch die Niederlage von Laupheim ist die Spitze noch enger zusammengerückt. Die SHB und die HSG teilen sich jetzt mit jeweils 20:12 Punkten den 3. Tabellenplatz.

Jeder hat sich heute sprichwörtlich den Arsch aufgerissen.

SHB-Spielmacher Lars Braun

Für Tim Hoga war es trotz des gewonnenen direkten Vergleiches eine ärgerliche Niederlage. „Der direkte Vergleich ist zwar schön, aber ich wollte heute eigentlich gewinnen. Ob es am Ende was hilft, wird sich zeigen“, so der HSG-Coach. „Mich ärgert, dass wir unsere Leistung nicht abgerufen haben, die wir eigentlich abrufen können. Wir haben uns von der Hitzigkeit etwas anstecken lassen und bei manchen hat die Überzeugung gefehlt, das Ding noch zu drehen“, so Hoga weiter.

War nicht zufrieden: HSG-Trainer Tim Hoga (vorne, rechts sein Vater Joachim Hoga). Foto: Oliver Vogel

Auch Lukas Eckardt haderte nach dem Spiel mit der Niederlage. „Wir haben in der Schlussphase zu viele technische Fehler gemacht und nicht mit der nötigen Überzeugung geworfen und dann gewinnt man auch nicht", so der HSG-Spielführer. Auf die Frage, ob ihn der direkte Vergleich zumindest froh stimmt, meinte Eckardt: „Ich habe auch schon mal gesagt, was jetzt noch kommt, ist die Kirsche auf der Torte. Aber die Derbyniederlage tut heute schon sehr weh.“

Der direkte Vergleich ist zwar schön, aber ich wollte heute eigentlich gewinnen. Ob es am Ende was hilft, wird sich zeigen.

HSG-Coach Tim Hoga

SHB-Trainer Sebastian Schmid freute sich, trotz der zwei fehlenden Tore für den Erfolg im direkten Vergleich, zunächst über den Sieg. Dass der im Derby gegen die HSG gelang, sei "umso schöner". Der Heimtrainer zeigte sich stolz auf seine Mannschaft: "Jeder hat für jeden gekämpft, das haben sie sich verdient." Der Schlüssel zum Erfolg für ihn: "Wir wollten es mehr als Oberkochen."

Sein Spielmacher und Antreiber Lars Braun war sehr erleichtert, nach den Niederlagen zuletzt wieder in die Spur gefunden zu haben. „Zunächst großen Respekt an die HSG für die gezeigte Leistung. Wir sind heute geschlossen als Team aufgetreten und jeder hat sich sprichwörtlich den Arsch aufgerissen, das Derby zu gewinnen.“ Auf die Frage, was jetzt für die SHB im Saisonendspurt drin ist, meinte Braun: „Grundsätzlich war es toll, den Klassenerhalt so schnell gefestigt zu haben. Am Ende des Tages schauen wir nach uns und erledigen zunächst unsere Hausaufgaben und die anderen müssen ihre erledigen. Was dann dabei rauskommt, werden wir sehen.“

Namen und Zahlen zum Kreisderby

SHB: Gehringer und Kovalchuk im Tor; Buntz, D. Ruoff (5), T.Kraft (10), L. Ruoff (4), Braun (2), Baur (5), R. Kraft, Mailänder (1), Mäck (3/1), Akermann (5/1), Hauser (1)

HSG Oberkochen/Königsbronn: Gnatzig und Schweikert im Tor; Lumpp, Richardon, Eckardt (2), Hug (2), Hafner (3), Oltersdorf, Pharion (5), Engel (2), Dragicevic (4), Grohsler (7), Schneider (8), Jäschke

Zeitstrafen: SHB 5 (Buntz/rote Karte), Baur, Hauser, D. Ruoff, R. Kraft); HSG 6 (Eckardt 2, Hafner, Grohsler, Engel, Lumpp)

Strafwürfe: SHB 3 (2 verwandelt); HSG 2 (beide verworfen)

Zuschauer: 450

Schiedsrichter: Holger Krieg von der JSG Rosenstein

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