Motocross

Neuheit am Hafnerhäule: In Schnaitheim messen sich beim Motocross 2025 auch Quad-Fahrer

Im Rahmen des Motocross-Jubiläums des MSC Schnaitheim sind bei der 50. Auflage seit langem auch wieder Quads am Start. Für Zuschauer ein absoluter Höhepunkt:

Während 2024 beim Motocross des MSC Schnaitheim nur Solo-Fahrer auf der Rennstrecke zu sehen waren, erwartet das Publikum in diesem Jahr wieder ein volles Programm. Neben den Solo-Bikes in der Klasse Open werden am Sonntag, 6. April, auch Seitenwagen und als besonderer Hingucker auch Quad-Fahrer zu bewundern sein. Einer davon: Paul Maier. Der 20-Jährige gilt als großes Talent im deutschen Quad-Sport.

Im Alter von 17 Jahren fuhr er zum ersten Mal um die deutsche Meisterschaft mit, im vergangenen Jahr startete er bei der Weltmeisterschaft. Beim Rennen in Schnaitheim möchte sich der Metallbauer aus Wemding eine gute Ausgangslage für die anstehende Saison schaffen, nachdem er im Auftaktrennen am vergangenen Wochenende mit technischen Problemen zu kämpfen hatte.

„Nicht befahrbar“, sagt Paul Maier eineinhalb Wochen vor dem Rennen. Gemeinsam mit seinem Vater Markus war er eigens für diesen Vorbericht an die Rennstrecke gekommen. „Typisch Schnaitheim. Kurz vor dem Rennen haben wir minus zwei Grad und Schneefall“, scherzt MSC-Pressesprecher David Neuwerth. Der Regen hatte der Strecke vergangene Woche derart zugesetzt, dass sie von einer dicken Schlammschicht überzogen war.

Mal ohne Helm: Paul Maier. Foto: Dennis Straub

Seine Laune lässt sich Paul Maier dadurch trotzdem nicht vermiesen. Mit geübten Handgriffen hievt der Motorsportler vom MV Warching seine Yamaha aus dem Transporter. „Wird schon gehen, zumindest am Rand“, sagt er. Paul Maier fährt Quad, seit er vier Jahre alt ist. Zunächst auf dem Bauernhof seines Opas. „Ich erinnere mich noch daran, wie ich die Wiese hinterm Haus kaputtgefahren habe“, sagt er und lacht. Nachdem die alte Maschine seines Opas ausgedient hatte, war es seine Mama, die ihm sein erstes eigenes Quad kaufte.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich die Wiese hinterm Haus kaputtgefahren habe.

Paul Maier

Als Turnerin hatte sie mit dem Motorsport zwar rein gar nichts am Hut, erkannte aber die Leidenschaft ihres Sohnes für den Motorsport und unterstützte ihn auf seinem Weg. Mit sieben Jahren stand Paul dann zum ersten Mal auf der Motocross-Strecke. Mit zwölf fuhr er sein erstes Rennen. Von da an ging es stetig bergauf.

Paul Maier war bei der Weltmeisterschaft dabei

Im vergangenen Jahr krönte er seine bisherige Karriere mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft. „Wenn die Amerikaner, die nochmal auf einem ganz anderen Level fahren und die du aus Jugendzeiten von Youtube-Videos her kennst, am Startgatter plötzlich neben dir stehen, ist das nochmal eine ganz andere Herausforderung“, erklärt Paul Maier.

Sein Beruf und seine Leidenschaft fürs Quadfahren sind allerdings nicht immer leicht unter einen Hut zu bekommen: „Mein ganzer Urlaub und mein Geld gehen für die Teilnahme an den Rennen drauf“, sagt er und ergänzt: „Das ist es aber wert.“

War etwas aufgeregt vor dem Selbstversuch: HZ-Redakteurin Yasmin Schneider. Foto: Dennis Straub

Begleitet wird er von seinem Vater Markus Maier, der vor und zwischen den Rennen nach seinem Quad schaut. Gelernt hat er das nicht. „Über die Jahre hinweg haben wir es uns aber zusammen angeeignet“, so Paul Maier. Mit am Start ist auch seine Schwester Anna. „Anna schaut nach dem Rechten, zeigt mir meine Zeiten und meine Platzierung an.“

Ob Staub, Schlamm und Matsch – Paul Maier ist einiges gewohnt. Den widrigen Bedingungen zum Trotz dreht er am „Hafnerhäule“ kleine Runden abseits und am Rand der Rennstrecke und zeigt dabei kleine Stunts. Nun soll die Besucherin von der Heidenheimer Zeitung ran. Ganz geheuer ist ihr das Abenteuer Quad im Matsch aber nicht. Mitfahren klingt hier deutlich besser als alleine fahren! Oder?

Auch zu zweit ist die Fahrt über das unwegsame Gelände ziemlich wild und schnell, obwohl der Profi für seine Verhältnisse behutsam fährt. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Fahrer auf der Rennstrecke erwartet. Verständlich ist nun auch die Aussage, dass die Fahrer nach den Rennen einen ordentlichen Muskelkater haben.

Schaut doch gut aus: Paul Maier dreht mit HZ-Redakteurin Yasmin Schneider eine Runde auf dem Quad. Foto: Dennis Straub

„In der halben Stunde auf der Rennstrecke gibt man einfach alles, was geht und hat dann eben den Muskelkater“, sagt Paul Maier und schmunzelt. „Das Ziel ist es halt immer, zu gewinnen.“

Zeitplan und Programm

Zum 50. Mal trägt der MSC am Sonntag, 6. April, das internationale ADAC-Motocross auf der Rennstrecke am „Hafnerhäule“ aus. Mit packenden Rennen in drei Kategorien kämpfen insgesamt 89 Fahrerinnen und Fahrer um Punkte in der deutschen Meisterschaft.

8 – 8.25 Uhr Freies Training DM Open Klasse 1

8.30 – 8.55 Uhr Freies Training DM SW Klasse 2

9 – 9.25 Uhr Freies Training DM Quad Klasse 3

9.30 – 9.55 Uhr Zeittraining Gr. 1 DM Open Klasse 1

10 – 10.25 Uhr Zeittraining Gr. 2 DM Open Klasse 1

10.30 – 10.55 Uhr Zeittraining DM SW Klasse 2

10.55 - 11 Uhr Starttraining DM SW Klasse 2

11.05 – 11.30 Uhr Zeittraining Gr. 1 DM Quad Klasse 3

11.35 - 12 Uhr Zeittraining Gr. 2 DM Quad Klasse 3

12:00 - 12:50 Uhr Mittagspause

13 – 13.30 Uhr 1. Wertungslauf DM Open Klasse 1

13.40 – 14.10 Uhr 1. Wertungslauf DM SW Klasse 2

14.20 – 14.50 Uhr 2. Wertungslauf DM Quad Klasse 3

15.10 – 15.40 Uhr 2. Wertungslauf DM Open Klasse 1

15.50 – 16.20 Uhr 2. Wertungslauf DM SW Klasse 2

16.30 - 17 Uhr 2. Wertungslauf DM Quad Klasse 3

17.20 Uhr Siegerehrung

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